🥦 Ernährungswissen — Vitamine, Mineralstoffe & wie dein Körper sie nutzt.
ERNÄHRUNG

Lebensmittel mit viel Vitamin A

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin A, und wie kann man den Tagesbedarf mit ihnen decken? Leber, Fisch und Milchprodukte gehören zu den reichsten Quellen — hier findest du einen Überblick über die besten Lieferanten.

Vitamin A ist unter anderem für das Immunsystem, die Haut und die Augen wichtig. Um einen Mangel zu vermeiden, muss man den lebensnotwendigen Nährstoff regelmäßig mit der Ernährung aufnehmen. Gesunde Menschen können ihren Bedarf normalerweise gut mit Vitamin-A-haltigen Lebensmitteln decken. Dennoch können aus verschiedenen Gründen Mangelerscheinungen auftreten. In diesem Fall ist ein Vitamin-A-Präparat erforderlich, um den Mangel auszugleichen.

Vitamin A in Lebensmitteln auf einen Blick

Wie hoch ist der tägliche Vitamin-A-Bedarf?

Der tägliche Vitamin-A-Bedarf hängt vor allem vom Geschlecht und vom Alter ab. Laut der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) benötigen:

Schwangere und stillende Frauen haben mit 800 bzw. 1.300 µg einen erhöhten Bedarf an Vitamin A.

Wie zeigt sich ein Vitamin-A-Mangel?

Vitamin A bzw. Retinol hat im Körper diverse Funktionen. Das fettlösliche Vitamin ist z.B. wichtig für den Stoffwechsel von Eisen sowie den normalen Erhalt der Sehkraft, der Haut und der Schleimhäute. Eine unzureichende Versorgung mit der Ernährung macht sich auf Dauer mit verschiedenen Beschwerden bemerkbar.

Mögliche Symptome eines Vitamin-A-Mangels sind unter anderem:

Wie kommt es zu einem Mangel an Vitamin A?

Vitamin A und seine Vorstufen wie Beta-Carotin sind in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. In Industrieländern wie Deutschland oder Österreich kommt es daher nur selten zu einem ernährungsbedingten Mangel. Stattdessen lassen sich die Mangelerscheinungen in den meisten Fällen auf gesundheitliche Probleme zurückführen, die die Aufnahme oder Verstoffwechselung von Vitamin A beeinträchtigen.

Mögliche Ursachen eines Vitamin-A-Mangels sind unter anderem:

Wo ist am meisten Vitamin A enthalten?

Leber und daraus hergestellte Produkte enthalten mit Abstand am meisten Vitamin A. Das liegt ganz einfach daran, dass das fettlösliche Vitamin in der Leber gespeichert wird. 100 Gramm Rinderleber enthalten 18 Milligramm. Schweineleber bringt es sogar auf einen Vitamin-A-Gehalt von 39 Milligramm pro 100 Gramm.

Tierische Lebensmittel mit einem hohen Vitamin-A-Gehalt

LebensmittelVitamin A (mg pro 100 g)
Aal0,98
Brie0,157
Camembert0,362
Edamer0,29
Eier0,272
Emmentaler0,29
Gouda0,26
Lebertran25,5
Leberwurst8,3
Makrele0,1
Mascarpone0,415
Rinderleber18
Schlagsahne0,339
Schweineleber39
Thunfisch0,45

In welchem Obst und Gemüse steckt Vitamin A?

In pflanzlichen Lebensmitteln findet sich grundsätzlich kein Vitamin A. Dafür sind bestimmte Obst- und Gemüsesorten aber reich an Beta-Carotin. Beta-Carotin ist auch als Provitamin A bekannt. Denn der Körper kann es in Vitamin A umwandeln. Besonders viel davon findet sich beispielsweise in Karotten.

Obst und Gemüse mit viel Beta-Carotin

LebensmittelBeta-Carotin (mg pro 100 g)
Aprikosen (frisch)0,8
Aprikosen (getrocknet)5,8
Chicorée3,43
Dill4,5
Feldsalat3,98
Grünkohl8,68
Honigmelone4,7
Karotten8,48
Kopfsalat1,45
Kürbis3,1
Palmöl2,7
Paprika3,5
Petersilie5,94
Spinat3,25
Wirsing4,7

Wie kann man den Vitamin-A-Bedarf mit Lebensmitteln decken?

Gesunde Menschen müssen sich normalerweise keine Gedanken über ihre Vitamin-A-Zufuhr machen. Eine ausgewogene Ernährung reicht bei ihnen in der Regel völlig aus, um eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten.

Um den Bedarf an Vitamin A zu decken, genügen beispielsweise:

Wie lässt sich der Tagesbedarf mit pflanzlicher Kost decken?

Grundsätzlich ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A auch ohne Tierprodukte möglich. In diesem Fall sollte man jedoch verstärkt darauf achten, regelmäßig Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Beta-Carotin zu verzehren. Der Körper kann das Provitamin A Beta-Carotin mit einer Rate von 12 zu 1 umwandeln. 12 Milligramm Beta-Carotin entsprechen somit einem Milligramm Retinol.

Um den Tagesbedarf mit Beta-Carotin zu decken, reichen z.B.:

Lagerung und Zubereitung Vitamin-A-haltiger Lebensmittel

Vitamin A reagiert empfindlich auf Sauerstoff und Hitze. Um einen übermäßigen Verlust des Vitamins zu vermeiden, sollte man Vitamin-A-haltige Lebensmittel trocken, kühl, lichtgeschützt und möglichst kurz lagern. Außerdem sollte man sie idealerweise nur einmal erhitzen und dann direkt verzehren.

Wie alle fettlöslichen Vitamine kann der Körper Vitamin A besonders gut aufnehmen, wenn es zusammen mit etwas Fett eingenommen wird. Das gilt übrigens auch für seine Vorstufe Beta-Carotin. Falls die Mahlzeit nicht ohnehin schon eine Fettquelle enthält, kann man die Aufnahme bei Bedarf z.B. mit etwas Pflanzenöl verbessern. Oft ist das aufgrund der üblichen Essgewohnheiten aber gar nicht nötig.

Kann man mit Lebensmitteln zu viel Vitamin A aufnehmen?

Genau wie ein Mangel kann auch ein Vitamin-A-Überschuss schädlich für die Gesundheit sein. Neben kurzfristigen Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit kann es langfristig unter anderem zu Haarausfall und trockener Haut kommen. Schlimmstenfalls sind auf Dauer sogar Leberschäden und eine verminderte Knochendichte möglich.

Sofern man nicht regelmäßig größere Mengen Leber verzehrt, ist eine Überversorgung mit der normalen Ernährung aber unwahrscheinlich. Anders sieht das bei der unkontrollierten Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel aus. Zu hoch dosierte Vitamin-A-Präparate können tatsächlich leicht zu einem Überschuss samt Nebenwirkungen führen.

Wie lauten die Empfehlungen zur maximalen Tagesdosis?

Die für Lebensmittelsicherheit verantwortliche EU-Behörde EFSA gibt als maximale Tagesdosis 3.000 Mikrogramm Retinolaktivitätsäquivalente (RAE) an. Das deutsche BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) empfiehlt für Vitamin A in Nahrungsergänzungsmitteln maximal 0,2 Milligramm pro Tagesdosis. Als Butterersatz in Verkehr gebrachte Lebensmittel sollten laut Einschätzung des BfR höchstens ein Milligramm pro 100 Gramm und sonstige angereicherte Lebensmittel überhaupt kein Vitamin A enthalten.

Wann ist ein zusätzliches Vitamin-A-Präparat sinnvoll?

Genau wie andere Vitamine werden Vitamin A und seine Vorstufe Beta-Carotin häufig als Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Das ist jedoch längst nicht immer sinnvoll. Ein solches Präparat bringt nur dann etwas, wenn dafür tatsächlich ein Bedarf besteht. Bei gesunden Menschen ist das für gewöhnlich nicht der Fall, wenn sie regelmäßig Vitamin-A-reiche Lebensmittel verzehren. Um gesundheitliche Probleme durch eine Überversorgung zu vermeiden, sollte man über den Griff zu einem Nahrungsergänzungsmittel daher immer individuell entscheiden.

Wichtig zu wissen

Sind Sie nicht vom Fach und haben Beschwerden, bestimmte Erkrankungen oder vermuten Mangelerscheinungen? Dann suchen Sie bitte unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt auf, um das zu besprechen.

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