Manche Enzyme stellen den Stoffwechsel um, sobald Nahrung knapp wird. Um ihre Rolle beim Altern wird seit zwanzig Jahren gestritten.
Was Sirtuine tun
Sirtuine sind eine Familie von Enzymen, die Eiweiße im Zellinneren verändern und damit mitbestimmen, wie der Stoffwechsel läuft und wie die Kraftwerke der Zelle arbeiten. Besonders aktiv werden sie, wenn wenig Nahrung zur Verfügung steht.
Zum Arbeiten brauchen sie NAD — jenen Helfer aus dem vorigen Thema. Sinkt dessen Menge im Alter, steht auch ihnen weniger davon zur Verfügung. Damit hängen beide Themen direkt zusammen.
Der Streit um Resveratrol
2003 beschrieb Konrad Howitz, dass Resveratrol — ein Stoff, der unter anderem in Weintrauben vorkommt — diese Enzyme aktiviert. Der Befund löste eine der längsten Debatten der Alternsforschung aus.
Neun Jahre später zeigte eine andere Arbeitsgruppe, dass Resveratrol zuerst an ganz anderer Stelle eingreift und die Sirtuine erst in zweiter Linie anspringen. Die Erklärung war also falsch. Der beobachtete Effekt blieb bestehen. Wer den Stoff einordnen will, sollte beides kennen.
