🧪 Ratgeber Labordaten — Praxiswissen für Labore und Datenbesitzer: aus Blut- und Gendaten Folgeprodukte machen.

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Ratgeber Labordaten

Geschäftsmodelle für Labore und Datenbesitzer: welcher Weg zu dir passt

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 13. Oktober 2026 · Lesezeit: 7 Min.

Kurz gesagt

Für Folgeprodukte aus deinen Daten gibt es bei Novogenia drei Geschäftsmodelle: einen Partnershop, in dem deine Kundinnen und Kunden bestellen und du auf jede Bestellung eine Provision erhältst, ohne Einrichtungsgebühren; White Label, bei dem Produkt, Verpackung und Versand deine Marke tragen; und eine eigene Produktentwicklung. Als Datenpartner bringst du zusätzlich deine vorhandenen Gen- oder Blutdaten ein – wir interpretieren sie und stellen das Produkt her. Welcher Weg passt, hängt von deiner Marke, deinem Aufwand und der gewünschten Kontrolle ab. Die Wege lassen sich kombinieren.

Wir verkaufen nur über Partner – offen ist nur, wie

Novogenia verkauft ausschließlich über Partner, heute in 69 Ländern. Das ist kein Detail, sondern der Kern unseres Modells: Wir kümmern uns um Labor, Rezeptur und Produktion. Du kümmerst dich um das, was wir nicht haben – deine Kundinnen und Kunden und ihr Vertrauen.

Ob ein Folgeprodukt zu dir passt, ist deshalb selten die eigentliche Frage. Spannender ist: Unter welchem Namen läuft es, wie viel Arbeit willst du hineinstecken, und wie viel davon soll wirklich deins sein?

Ein Bild hilft. Es ist wie beim Wohnen: Du kannst eine fertig eingerichtete Wohnung beziehen, eine Wohnung in einem fertigen Haus nach deinem Geschmack einrichten oder selbst bauen – mit uns als Baufirma. Alle drei Wege führen zu einem Zuhause. Sie unterscheiden sich in Aufwand, Gestaltungsfreiheit und Verantwortung. Genauso ist es mit dem Partnershop, mit White Label und mit der eigenen Produktentwicklung.

Die drei Modelle im Vergleich

KriteriumPartnershopWhite LabelEigene Produktentwicklung
Was du bekommsteinen eigenen Onlineshop mit Analysen und Produkten von NovogeniaAnalysen, Berichte und Folgeprodukte unter deiner Markeein Produkt nach deiner Idee, entwickelt und hergestellt von Novogenia
Aufwandgering, keine Einrichtungsgebührenmittel: Marke, Design, eigene Kommunikationhöher: Konzept, Abstimmung, Entwicklung, Vermarktung
Markedein Shop; Analyse und Produkt kommen von Novogeniadeine Markedeine Marke
KontrolleSortiment und Abläufe von Novogeniadu bestimmst Auftritt, Preis und Vertriebswegdu bestimmst zusätzlich Rezeptur oder Rechenlogik
Wie du verdienstProvision auf jede Bestellungüber deinen eigenen Verkaufspreisüber deinen eigenen Verkaufspreis
Passt, wenn …du die Nachfrage ohne Investition testen willstdu eine eingeführte Marke und eine größere Kundenbasis hastdu ein klares eigenes Produktkonzept hast

Quer dazu steht die Frage, woher die Daten kommen. Als Datenpartner bringst du sie selbst mit; das passt zu White Label und zur eigenen Produktentwicklung. Mehr dazu weiter unten.

Partnershop: testen, ohne zu investieren

Der Partnershop ist der einfachste Einstieg. Du verkaufst nichts selbst – du empfiehlst. So läuft es ab:

  1. Anmelden: Du wirst Partner und erhältst deinen eigenen Shop.
  2. Empfehlen: Zum Ergebnis deines Labors weist du auf den Shop hin, etwa mit einem Link im Bericht oder im Kundenportal.
  3. Bestellen: Deine Kundinnen und Kunden bestellen direkt im Shop.
  4. Liefern: Novogenia versendet Speichelproben-Set, Bericht oder Produkt.
  5. Verdienen: Auf jede Bestellung erhältst du eine Provision.

Was dir das abnimmt: Einrichtungsgebühren, Lager, Versand und Abrechnung. Wo die Grenze liegt: Eine eigene Produktmarke baust du damit nicht auf. Für ein Labor ist der Partnershop deshalb vor allem ein Weg, ohne Investition zu sehen, wie die eigene Zielgruppe auf Folgeprodukte reagiert.

White Label: deine Marke von der Probe bis zur Box

Bei White Label trägt das Folgeprodukt deinen Namen. Rezeptur, Verpackung, Beilagen und Versand laufen unter deiner Marke. Dazu kann alles gehören, was vorher passiert: Speichelproben-Sets in deinem Design, Genanalysen und Berichte unter deiner Marke, digital über ein gesichertes Portal und auf Wunsch gedruckt. Die Kundenbeziehung bleibt bei dir.

Für ein Labor, das bisher nur Blutwerte misst, ist das ein doppelter Hebel: Du ergänzt Genanalysen unter deinem Namen und das passende Folgeprodukt gleich dazu. Beachte dabei: Lifestyle-Analysen können Partner anbieten; medizinische Genanalysen laufen dort, wo das nationale Recht es verlangt, über Ärztinnen und Ärzte. Mehr dazu in Wer darf Gentests anbieten?

Mit der eigenen Marke wächst die eigene Verantwortung. Wer unter eigenem Namen verkauft, ist für Produkt, Kennzeichnung und Werbeaussagen verantwortlich. Und auch unter deiner Marke informierst du deine Kundinnen und Kunden darüber, wer ihre Daten erhält – in der EU nach Art. 13 Abs. 1 lit. e DSGVO, in der Schweiz nach Art. 19 Abs. 2 lit. c DSG. Dazu kann auch das Labor gehören.

Wie Box, Stick und Hautpflege unter deiner Marke aussehen, zeigt Folgeprodukte unter deiner Marke. Für Genanalysen unter eigenem Namen gibt es den Ratgeber White-Label-Gentests.

Eigene Produktentwicklung: deine Idee, unsere Fabrik

Manche Datenbesitzer haben mehr als eine Marke – sie haben eine eigene Idee. Das kann eine eigene Rechenlogik sein: Du gibst die Zusammensetzung vor, aus einem Fragebogen, aus Blutwerten oder aus deinem eigenen System, und wir füllen sie exakt nach deiner Vorgabe ab. Oder ein neues Produkt, das wir gemeinsam entwickeln:

Dieser Weg braucht die meiste Planung: ein Konzept, eine Zielgruppe und eine Vorstellung vom Vertrieb. Dafür entsteht das eigenständigste Produkt. Wie ein solches Projekt in der Herstellung abläuft, zeigt Personalisierte Nahrungsergänzung herstellen.

Datenpartner: Du bringst die Daten, wir das Produkt

Hast du schon Daten, musst du nicht bei null anfangen. Als Datenpartner bringst du vorhandene Genotyp- oder SNP-Rohdaten, Ergebnisse von DNA-Tests, Blutpanels oder einzelne Laborwerte mit. Ein vollständiges Panel ist nicht nötig; auch eine fokussierte Auswahl an Laborwerten kann die Grundlage sein. Wir interpretieren die Daten und liefern das passende Folgeprodukt – Nahrungsergänzung oder, aus Gendaten, Hautpflege.

Fehlen Gendaten, schließt eine Speichelprobe die Lücke: Wir liefern Speichelproben-Sets in deinem Design und analysieren im eigenen Labor in Österreich, in 4 Tagen.

Zwei Dinge regelst du als Datenpartner von Anfang an im Vertrag: wer beim Datenschutz welche Rolle hat und wie die Einwilligung deiner Kundinnen und Kunden eingeholt wird. Die Kundenbeziehung bleibt bei dir. Wie Daten übergeben werden und welche Rollen die DSGVO und das Schweizer DSG vorsehen, zeigen Datenintegration und Datenschutz und Rollen.

Abrechnung und Versand: wer macht was?

Unabhängig vom Modell stellt sich eine praktische Frage: Wer schreibt die Rechnung, und wer schickt die Box? Bei White Label und eigener Produktentwicklung hast du zwei Varianten:

Kläre in beiden Fällen früh, wie Bestelldaten, Adressänderungen und Nachbestellungen zwischen dir und uns fließen und wer bei Fragen zur Lieferung oder zur Rezeptur die erste Anlaufstelle ist. Im Partnershop ist das einfacher: Dort laufen Bestellung, Abrechnung und Versand über den Shop.

Vier Fragen für deine Entscheidung

FrageEher PartnershopEher White Label oder eigene Entwicklung
Wie bekannt ist deine Marke bei deinen Kundinnen und Kunden?Du willst erst testen, ob Folgeprodukte ankommen.Deine Marke ist eingeführt und soll wachsen.
Wie viel Aufwand willst du in Marke und Vertrieb stecken?möglichst wenigDu baust Marke und Vertrieb aktiv auf.
Willst du Produkte selbst verkaufen und den Preis selbst festlegen?Nein – deine Kundinnen und Kunden bestellen direkt im Shop.Ja, als Teil deines eigenen Angebots.
Wer soll abrechnen?Novogenia über den Shopdu selbst oder Novogenia, mit Novogenia als Fulfillment-Partner

Bist du unsicher, beginne einfach. Die Wege schließen sich nicht aus: Du kannst mit dem Partnershop starten und später zu White Label wechseln oder neben einem White-Label-Produkt eine eigene Rezeptur entwickeln. Wie du das mit einem Pilot testest, zeigt Start und Pilot: Folgeprodukte einführen.

Häufige Fragen

Welches Geschäftsmodell ist für ein Labor am einfachsten?
Der Partnershop: keine Einrichtungsgebühren, keine eigene Produktion, eine Provision auf jede Bestellung. Deine Kundinnen und Kunden bestellen direkt im Shop. Eine eigene Produktmarke baust du damit allerdings nicht auf – dafür gibt es White Label.
Kann ich meine vorhandenen Daten nutzen?
Ja, als Datenpartner. Verwertbare Genotyp- oder SNP-Daten und Blutwerte interpretieren wir und stellen daraus das Folgeprodukt her. Ob die Daten die nötigen Gene abdecken und ob die Einwilligung deiner Kundinnen und Kunden diese Nutzung abdeckt, klären wir vor dem Start.
Bekomme ich das Regelwerk als Software?
Nein. Die Interpretation ist eine Dienstleistung, keine Software, die du allein betreibst. Hast du eine eigene Logik, kannst du die Zusammensetzung aber selbst vorgeben – wir füllen sie exakt nach deiner Vorgabe ab.
Wer ist bei White Label verantwortlich?
Wer unter eigenem Namen verkauft, ist für Produkt, Kennzeichnung und Werbeaussagen verantwortlich. Die behördliche Meldung der Nahrungsergänzung übernehmen wir in den meisten Fällen oder begleiten dich dabei; bei Kosmetik übernimmt Novogenia die Rolle der verantwortlichen Person.
Kann ich das Modell später wechseln?
Ja. Die Wege schließen sich nicht aus. Du kannst einfach beginnen und später erweitern – etwa vom Partnershop zu White Label oder von einem White-Label-Produkt zu einer eigenen Rezeptur.

Passend dazu: Nutrigenetik als Leistung: Partner- und White-Label-Modelle · White Label, Private Label oder Eigenrezeptur? · Folgeprodukte unter deiner Marke

Folgeprodukte für deine Daten?

Erzähl uns, welche Daten du hast und wer deine Kunden sind – wir zeigen dir, welches Folgeprodukt passt.

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