🧬 Ratgeber White-Label-Gentests — Praxiswissen zur eigenen Gentest-Marke und zum Lohnlabor von Novogenia.

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Ratgeber White-Label-Gentests

White-Label-Gentests: der Ratgeber für deine eigene Gentest-Marke und das Lohnlabor

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 13. Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Min.

Kurz gesagt

Eine eigene Gentest-Marke braucht kein eigenes Labor. Du bringst Marke, Vertrieb und Kundenbeziehung ein; ein Partnerlabor liefert im Hintergrund Speichelproben-Set, Laboranalyse, Bericht und auf Wunsch eine Plattform. Unter deiner Marke bietest du nicht-medizinische Analysen an; medizinische Analysen laufen dort, wo das Recht es verlangt, über Ärztinnen und Ärzte. Wer eine eigene Auswertung hat oder forscht, nutzt das Lohnlabor für Genotypisierung und Rohdaten. Dieser Ratgeber führt in zehn Artikeln durch Marke, Ablauf, Recht und Forschung – mit den Besonderheiten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Das Interesse ist da – die Frage ist, wer den Test anbietet

Wie offen sind Menschen in Europa für Gentests? Ein Forschungsteam hat das schon 2005 in sechs Ländern untersucht: in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Portugal. In einer repräsentativen Befragung von 5.967 Menschen sagten 66 %, sie wären bereit, einen Gentest zu machen; 27 % würden einer personalisierten Ernährung folgen. Die Forschenden werteten das als ermutigend für personalisierte Ernährung – vorausgesetzt, es gibt klare Regeln dafür, wie genetische Informationen verwendet und aufbewahrt werden (Stewart-Knox et al., British Journal of Nutrition, 2009).

Daraus lässt sich ableiten: Am Interesse fehlt es nicht. Was einen Test zu den Menschen bringt, sind Marken, denen sie vertrauen – eine Gesundheitsmarke, eine Klinik, eine Versicherung, ein Online-Shop. Und der zweite Teil des Satzes ist genauso wichtig: Vertrauen entsteht durch einen sauberen Umgang mit genetischen Daten.

Ich bin Molekularbiologe und habe Novogenia gegründet. In unserem Gebäude in Eugendorf bei Salzburg stehen ein Genlabor, eine Fabrik für Nahrungsergänzungsmittel und eine Kosmetikfabrik unter einem Dach. Wir verkaufen ausschließlich über Partner. Mit diesem Ratgeber möchte ich dir zeigen, wie du eine eigene Gentest-Marke aufbaust – oder unser Labor als Lohnlabor für deine eigene Auswertung oder Forschung nutzt.

Vier Wege zur Zusammenarbeit

Ob reine Auftragsanalyse, gemeinsame Entwicklung oder White-Label-Lösung – die Zusammenarbeit richtet sich nach deinem Modell:

WegWas du bekommstPasst zu
White LabelSpeichelproben-Set, Laboranalyse, Bericht und auf Wunsch eine Plattform unter deiner MarkeGesundheits-, Wellness- und E-Commerce-Marken, Versicherungen, Plattformen
LohnlaborGenotypisierung deiner Marker; strukturierte Ergebnisse als Rohdaten oder fertiger Bericht in deinem FormatAnbieter mit eigener Auswertung, Diagnostik- und Biotech-Unternehmen mit Kapazitätsbedarf
Entwicklungspartnerein neuer Gentest, von der Markerauswahl bis zur Skalierung; auf Wunsch als fertiges Produkt unter deiner MarkeMarken mit einer eigenen Produktidee
ForschungGenotypisierung, DNA-Extraktion, Probenmanagement und Datenexport für Studien und KohortenUniversitäten und Forschungsteams

Die Wege lassen sich kombinieren. Du kannst mit White Label starten und später einen eigenen Test entwickeln – oder aus vorhandenen genetischen Daten Folgeprodukte unter deiner Marke anbieten, etwa personalisierte Nahrungsergänzung oder Kosmetik. Groß einsteigen musst du dabei nicht: Du kannst mit einer Testreihe starten und später hochskalieren. Welcher Weg zu dir passt, zeigt Eigene Gentest-Marke aufbauen.

Die Kette hinter einer Gentest-Marke

Eine Gentest-Marke ist wie eine Kette aus fünf Gliedern. Deine Kundinnen und Kunden halten nur die beiden Enden in der Hand: das Set am Anfang und den Bericht am Ende. Dazwischen arbeitet das Labor.

  1. Speichelprobe: ein Set in deinem Design – als Nicht-Medizinprodukt für Lifestyle-Analysen oder als Medizinprodukt für medizinische Analysen.
  2. Probenlogistik: Versand, Eingang und Registrierung; jede Probe bleibt eindeutig nachverfolgbar.
  3. Laboranalyse: im eigenen Labor in Österreich; die Standardanalyse dauert 4 Tage.
  4. Bericht: im Design deiner Marke, digital über ein gesichertes Portal, auf Wunsch gedruckt.
  5. Plattform und Folgeprodukte: auf Wunsch eine Plattform im Look deiner Marke und personalisierte Produkte aus denselben Daten.

Jedes Glied hat seinen eigenen Artikel in diesem Ratgeber. Wie Sets eingestuft werden, erklärt Speichelproben-Kits: Medizinprodukt oder nicht?; den Weg der Probe beschreibt Probenlogistik: vom Kit ins Labor; Berichte, Portal und Plattform zeigt Berichte und Plattform unter deiner Marke. Und weil das Labor das Glied ist, das niemand sieht, lohnt sich ein genauer Blick darauf: Das richtige Labor finden: Qualitätskriterien.

Lifestyle und Medizin: die Weiche vor dem Start

Bevor du über Logo und Verpackung nachdenkst, stellst du eine Weiche. Unter deiner Marke bietest du nicht-medizinische Analysen an, etwa zu Ernährung, Gewicht, Haut, Sport und Lebensstil. Sie stellen keine Diagnose dar und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Medizinische Analysen gibt es dort, wo nationales Recht es verlangt, nur über Ärztinnen und Ärzte; bei ihnen werden das durchführende Labor und die befundende Stelle im Befund genannt.

Die Schweiz regelt auch Lifestyle-Analysen eigens. Untersuchungen zu physiologischen Eigenschaften, deren Kenntnis die Lebensweise beeinflussen kann, dürfen nur Gesundheitsfachpersonen veranlassen, und die Probe wird in ihrem Beisein genommen (Art. 31 und 34 GUMG). Wie sich Deutschland, Österreich und die Schweiz unterscheiden, erklärt Recht: Gentests anbieten in DE, AT und CH; den Umgang mit genetischen Daten Datenschutz bei White-Label-Gentests.

Für wen dieser Ratgeber geschrieben ist

Alle Kapitel auf einen Blick

Kapitel 1 · Deine Gentest-Marke

Eigene Gentest-Marke aufbauenFünf Bausteine, deine Rolle und der Weg zum Marktstart. Das richtige Testportfolio wählenLifestyle oder medizinisch, klein starten, gezielt ausbauen. Das richtige Labor finden: QualitätskriterienAcht Kriterien und zwölf Fragen für deine Laborwahl.

Kapitel 2 · Ablauf

Speichelproben-Kits: Medizinprodukt oder nicht?Wie die Zweckbestimmung über die Einstufung entscheidet. Probenlogistik: vom Kit ins LaborRegistrierung, Rückversand und Probeneingang Schritt für Schritt. Berichte und Plattform unter deiner MarkeGesichertes Portal, Druck auf Wunsch, dein Design. Lohnlabor: Genotypisierung und Rohdaten im AuftragFür Anbieter mit eigener Auswertung oder Plattform.

Kapitel 3 · Recht & Forschung

Recht: Gentests anbieten in DE, AT und CHWas GenDG, GTG und GUMG von Anbietern verlangen. Datenschutz bei White-Label-GentestsEinwilligung, Rollen und Aufbewahrung genetischer Daten. Genotypisierung für Forschung und StudienProbenmanagement, Datenlieferung und Vertraulichkeit für Kohorten.

Häufige Fragen

Was ist ein White-Label-Gentest?
Ein Gentest, den ein Labor durchführt und den du unter deiner eigenen Marke anbietest. Set, Bericht und auf Wunsch die Plattform tragen dein Logo und dein Design. Die Begriffe White Label, Private Label und Eigenmarke werden dabei oft gleichbedeutend verwendet.
Welche Analysen kann ich unter meiner Marke anbieten?
Nicht-medizinische Analysen, etwa zu Ernährung, Gewicht, Haut, Sport und Lebensstil. Medizinische Analysen gibt es dort, wo nationales Recht es verlangt, nur über Ärztinnen und Ärzte; bei ihnen werden das durchführende Labor und die befundende Stelle im Befund genannt.
Was ist der Unterschied zwischen White Label und Lohnlabor?
Bei White Label bekommst du die ganze Kette unter deiner Marke: Set, Analyse, Bericht und auf Wunsch die Plattform. Im Lohnlabor beauftragst du einzelne Schritte, etwa die Genotypisierung, und erhältst strukturierte Ergebnisse als Rohdaten oder als fertigen Bericht in dem Format, das deine Plattform braucht.
Muss bei der Probennahme eine Fachperson dabei sein?
Die Sets sind so gestaltet, dass die Entnahme auch ohne Fachpersonal zuverlässig gelingt. Ob eine Fachperson dabei sein muss, hängt aber vom Land und von der Analyse ab: In der Schweiz wird die Probe für Untersuchungen zu besonders schützenswerten Eigenschaften im Beisein der veranlassenden Gesundheitsfachperson genommen (Art. 34 GUMG).
Was kostet ein White-Label-Gentest?
Feste Preise gibt es dafür nicht, weil der Aufwand vom Umfang abhängt: Themen, Set-Design, Berichte, Plattform. Du erhältst ein transparentes Angebot inklusive Mengenstaffel – von der ersten Charge bis zur laufenden Versorgung.

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