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Drogerie und Supermarkt: Gentest-Kits im Regal – was passt und was gilt

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 15. Oktober 2026 · Lesezeit: 10 Min.

Kurz gesagt

Ins Regal von Drogerie und Supermarkt passen Speichelproben-Sets für nicht-medizinische Lifestyle-Analysen und nicht personalisierte Produkte deiner Eigenmarke. Personalisierte Nahrungsergänzung und BeautyMe entstehen erst nach der Analyse und gehen direkt zur Kundin nach Hause. Nach dem Kauf registriert sich die Kundin, willigt ein und schickt ihre Speichelprobe ins Labor; die Analyse dauert 4 Tage. Was auf Verpackung und Regalschild steht, zählt zur Zweckbestimmung des Sets – dort ist von Lifestyle die Rede, nicht von Krankheiten. In der Schweiz ist ein Set zur Selbstanwendung für Lifestyle-Analysen nicht erlaubt: Dort veranlassen bestimmte Gesundheitsfachpersonen die Analyse, darunter Drogistinnen und Drogisten HF, und die Probe wird in ihrem Beisein genommen.

Dieselbe Schachtel, zwei Rechtslagen

Ein Speichelproben-Set für eine Lifestyle-Analyse kann in einer deutschen oder österreichischen Drogerie im Regal stehen. In einer Schweizer Drogerie darf dieselbe Schachtel nicht zum Mitnehmen verkauft werden. Am Produkt liegt das nicht, sondern an einer bewussten Entscheidung des Gesetzgebers.

In Deutschland nennt das Gendiagnostikgesetz Analysen ohne medizinischen Zweck – etwa zum Kraft- oder Ausdauertyp – in seinem Anwendungsbereich nicht (§ 2 Abs. 1 GenDG). Das österreichische Gentechnikgesetz erfasst als genetische Analyse nur, was Aussagen etwa über ein Krankheitsrisiko oder eine vorliegende Krankheit ermöglicht (§ 4 Z 23 GTG). Die Schweiz dagegen regelt auch genetische Untersuchungen außerhalb der Medizin – und schließt den Selbsttest für Lifestyle-Analysen aus. Was das für dein Regal heißt, liest du weiter unten.

Stell dir das Set im Regal wie eine Eintrittskarte vor. Gekauft wird sie an der Kasse, die Vorstellung findet woanders statt: im Labor, im Bericht und, wenn die Kundin möchte, in einem Produkt, das für sie hergestellt wird. Damit die Vorstellung gelingt, muss schon die Karte richtig bedruckt sein.

Was ins Regal passt – und was nicht

ProduktIm Regal?Warum
Speichelproben-Set für Lifestyle-Analysenja, in Deutschland und Österreich; in der Schweiz nicht zur SelbstanwendungNicht-Medizinprodukt, fertig bestückt mit Anleitung, Verpackung, Rückversandmaterial und eindeutiger Kennzeichnung
Nicht personalisierte Produkte deiner Eigenmarkejaeine Rezeptur für alle, in voll bedruckter Verpackung mit Strichcode
Personalisierte Nahrungsergänzungneinwird nach der Analyse für eine Person produziert und direkt verschickt; eine Lieferung reicht für 90 Tage
Personalisierte Kosmetik (BeautyMe)neinwird für eine Person gemischt und direkt verschickt
Medizinische Genanalysenneinlaufen dort, wo das Recht es verlangt, über Ärztinnen und Ärzte; Vertriebspartner bieten sie nicht an

Ein Regal mit einem Gentest-Set ist damit immer der Anfang eines Sortiments-Pfads, der deine Kundin von der Analyse bis zum Wiederkauf begleitet. Die personalisierte Ware erreicht sie auf dem Postweg, bei White Label unter deiner Marke. Warum dieses Zusammenspiel funktioniert, beschreibt Personalisierte Produkte im Handel.

Nur Lifestyle – und die Regalsprache passt dazu

Im Handel bietest du ausschließlich nicht-medizinische Analysen an, zu Lifestyle, Ernährung, Beauty und Sport. Novogenia liefert dafür Speichelproben-Sets als Nicht-Medizinprodukt, für Anwendungen ohne medizinische Zweckbestimmung. Medizinische Analysen gibt es nur über Ärztinnen und Ärzte, mit Sets, die als Medizinprodukt eingestuft sind.

Wie ein Set einzuordnen ist, hängt von seiner Zweckbestimmung ab. Dazu zählen nach EU-Recht auch die Angaben auf der Kennzeichnung, in der Gebrauchsanweisung und im Werbe- oder Verkaufsmaterial (Art. 2 Nr. 12 Verordnung (EU) 2017/746, IVDR). Was auf Schachtel, Regalschild und Aufsteller steht, ist also nicht nur Marketing. Drei Regeln halten die Sprache sauber:

Mehr zur Einstufung der Sets liest du in Speichelproben-Kits: Medizinprodukt oder nicht?, mehr zu erlaubten Werbeaussagen in Marketing für personalisierte Produkte.

Vom Regal ins Labor: so geht es nach dem Kauf weiter

  1. Kauf an der Kasse: Das Set enthält Anleitung, Verpackung, Rückversandmaterial und eine eindeutige Kennzeichnung, auf Wunsch im Design deiner Marke.
  2. Registrierung und Einwilligung: Vor der Probe registriert sich deine Kundin und willigt ein – die Einwilligung gehört vor die Probe, nicht dahinter. Wie das technisch läuft, legst du mit Novogenia fest.
  3. Speichelprobe: Sie nimmt die Probe zu Hause nach der Anleitung im Set. Die eindeutige Kennzeichnung verbindet die Probe mit genau einer Person.
  4. Rückversand und Analyse: Die Probe geht ins Labor nach Eugendorf bei Salzburg; die Analyse dauert 4 Tage.
  5. Bericht: digital über ein gesichertes Portal, auf Wunsch gedruckt, in bis zu 18 Sprachen.
  6. Personalisiertes Produkt: Bestellt sie personalisierte Nahrungsergänzung oder Kosmetik, wird das Produkt für sie hergestellt und direkt zu ihr geschickt – bei White Label unter deiner Marke.
  7. Nachlieferung: Eine Lieferung Nahrungsergänzung reicht für 90 Tage; danach folgt die nächste.

Nenne die Zeit ehrlich: 4 Tage Analyse plus die Zeit für Probennahme und Postweg. Die Analysen richten sich an Erwachsene; für Minderjährige gibt es ausschließlich nicht-medizinische Analysen und nur mit schriftlicher Zustimmung der Obsorgeberechtigten. Wer gegenüber deiner Kundin Vertragspartner ist, wenn sie das Set in deinem Geschäft kauft, und wie Analyse und Produkt abgerechnet werden, legst du in deinem Vertrag mit Novogenia fest. Jede Station im Detail zeigt Die Customer Journey: vom Kit zum Abo.

Regalfertig: Verpackung, Strichcode, Listung

Für den Handel brauchst du in der Regel eine voll bedruckte Verpackung mit Strichcode und eine Kalkulation, die die Handelsspanne trägt. Dazu kommen ein paar Punkte, die du früh klären solltest:

Wie eine Eigenmarke fürs Regal und personalisierte Produkte nebeneinander funktionieren, zeigt auch Eigenmarke: Nahrungsergänzung und Kosmetik im Ratgeber Apotheke; die Vertriebswege im Vergleich findest du in Vertriebswege für Nahrungsergänzungsmittel.

Das Team am Regal: fünf Fragen, fünf klare Antworten

Ein Gentest-Set weckt Fragen – und genau darin liegt seine Stärke im Laden. Dein Team sollte diese fünf beantworten können:

Für die fachliche Vorbereitung gibt es die NOVO Academy: kostenlos und freiwillig, rund 5 Stunden Video pro Sprache, mit einem Zertifikat für jedes abgeschlossene Thema – auf Deutsch, Englisch, Tschechisch, Französisch, Portugiesisch, Italienisch und Niederländisch.

Schweiz: kein Gentest-Set im Selbstbedienungsregal

Die Schweiz regelt genetische Untersuchungen im Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) auch außerhalb der Medizin. Zu den Untersuchungen physiologischer Eigenschaften, deren Kenntnis die Lebensweise beeinflussen kann (Art. 31 Abs. 1 Buchst. a GUMG), zählen laut Verordnung insbesondere Analysen zu Ernährungsverhalten, sportlicher Aktivität und allgemeinem Wohlbefinden (Art. 37 Abs. 1 GUMV). Genau dort liegen Lifestyle-Analysen. Für sie gilt:

Für Schweizer Drogerien heißt das: Ein Set zum Mitnehmen scheidet aus. Ein Modell, in dem eine Drogistin oder ein Drogist HF die Analyse im Beratungsgespräch veranlasst und die Probe in ihrem Beisein genommen wird, entspricht dagegen dem Aufbau des Gesetzes. Ob und wie sich ein solches Angebot in deiner Drogerie umsetzen lässt, klären wir im persönlichen Gespräch. Ein Supermarkt ohne veranlassende Fachperson kann Lifestyle-Genanalysen in der Schweiz nicht als Regalprodukt anbieten. Nicht personalisierte Produkte deiner Eigenmarke folgen dort dem Schweizer Lebensmittelgesetz (LMG). Den Vergleich der drei Länder findest du in Gentests online verkaufen: DE, AT, CH und in Recht: Gentests anbieten in DE, AT und CH.

Checkliste: Gentest-Sets im Regal

Häufige Fragen

Welche Gentest-Kits darf ich ins Regal stellen?
Speichelproben-Sets für nicht-medizinische Lifestyle-Analysen zu Lifestyle, Ernährung, Beauty und Sport, eingestuft als Nicht-Medizinprodukt. Medizinische Analysen gehören nicht ins Regal: Sie laufen dort, wo das nationale Recht es verlangt, über Ärztinnen und Ärzte. In der Schweiz darf ein Set für Lifestyle-Analysen nicht zur Selbstanwendung abgegeben werden (Art. 13 GUMG).
Was passiert, nachdem die Kundin das Set gekauft hat?
Vor der Probe registriert sie sich und willigt ein; wie das technisch läuft, legst du mit Novogenia fest. Dann nimmt sie die Speichelprobe nach Anleitung und schickt sie ins Labor. Die Analyse dauert 4 Tage, der Bericht kommt digital in ein gesichertes Portal. Bestellt sie ein personalisiertes Produkt, wird es für sie hergestellt und direkt zu ihr geschickt.
Kann eine Drogerie in der Schweiz Gentests anbieten?
Nicht als Set zum Mitnehmen. Drogistinnen und Drogisten HF gehören aber zu den Fachpersonen, die Analysen zu Ernährung, Sport und Wohlbefinden veranlassen dürfen (Art. 40 GUMV); die Probe wird in ihrem Beisein genommen (Art. 34 Abs. 3 GUMG), und die schriftliche Aufklärung nennt das Labor (Art. 32 GUMG). Ob und wie sich ein solches Angebot in deiner Drogerie umsetzen lässt, klären wir im persönlichen Gespräch.
Muss ich personalisierte Produkte auf Lager halten?
Nein. Personalisierte Nahrungsergänzung und BeautyMe werden für eine bestimmte Person hergestellt, ein Zwischenlager bringt deshalb keinen Vorteil. Novogenia versendet sie direkt an deine Kundinnen und Kunden, bei White Label unter deiner Marke. Auf Lager und im Regal liegen nur das Set und nicht personalisierte Produkte deiner Eigenmarke.
Was braucht ein Produkt für das Drogerie- oder Supermarktregal?
In der Regel eine voll bedruckte Verpackung mit Strichcode und eine Kalkulation, die die Handelsspanne trägt. Muster zur Listungs-Freigabe gibt es auf Wunsch. Händler können zusätzlich eigene Nachweise verlangen. Haltbarkeit und Lagerbedingungen des Sets erhältst du mit dem Angebot; sie stehen auch auf dem Set.

Passend dazu: Angebot für Drogerien · Angebot für Retail und Supermärkte · Speichelproben-Kits: Medizinprodukt oder nicht?

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