Startseite › Ratgeber Gesundheitsberufe
Genanalysen in der eigenen Praxis: der Ratgeber für Gesundheitsberufe
Heilpraktikerinnen, Ernährungsberater, Diätologinnen, Physiotherapeuten und Gesundheitscoaches können Lifestyle-Genanalysen und personalisierte Nahrungsergänzung in ihre Arbeit einbauen. Die Speichelprobe ist in wenigen Minuten genommen, die Analyse dauert im Labor 4 Tage, und eine Lieferung Nahrungsergänzung reicht 90 Tage. Entscheidend ist die Grenze: Lifestyle-Analysen zu Ernährung, Gewicht, Sport, Stress und Haut kannst du als Partner anbieten; medizinische Genanalysen gehören dort, wo das Recht es verlangt, in ärztliche Hände – in Deutschland auch dann, wenn du Heilpraktikerin oder Heilpraktiker bist (§ 7 GenDG). In Österreich darf der Beruf Heilpraktiker nicht ausgeübt werden, und in der Schweiz dürfen nur bestimmte Gesundheitsfachpersonen Lifestyle-Analysen veranlassen. Dieser Ratgeber zeigt dir in zehn Artikeln, was für deinen Beruf gilt und wie du startest.
Wem Menschen ihre Gene anvertrauen
Woher wollen Menschen ihre genetischen Informationen am liebsten bekommen? Das haben Forschende der Universität Toronto 138 junge Erwachsene gefragt, die in einer randomisierten Studie entweder genbasierte oder allgemeine Ernährungsempfehlungen erhalten hatten. Als beste Quelle für genaue persönliche Geninformationen nannten 47 % ein Forschungslabor einer Universität und 41 % eine Fachperson aus dem Gesundheitswesen. Ein Gentest-Unternehmen, das direkt an Verbraucher verkauft, wählten nur 12 %. Für personalisierte Ernährungsberatung sahen 56 % staatlich registrierte Ernährungsfachkräfte (Registered Dietitians) als beste Ansprechpartner (Nielsen, Shih & El-Sohemy, Journal of Nutrigenetics and Nutrigenomics, 2014).
Daraus lässt sich ableiten: Ein Genbericht entfaltet seinen Wert dort, wo eine Fachperson ihn erklärt. Deine DNA ist wie ein sehr langes Rezeptbuch. Das Labor schlägt die wichtigen Seiten auf – aber erst im Gespräch mit dir wird daraus ein Speiseplan, ein Trainingsplan, ein Alltag.
Ich bin Molekularbiologe und habe Novogenia gegründet. Seit 2009 analysieren wir Gene in unserem eigenen Labor in Eugendorf bei Salzburg; im selben Gebäude stellen wir Nahrungsergänzungsmittel her. Mit diesem Ratgeber möchte ich dir zeigen, wie du Genanalysen und personalisierte Nahrungsergänzung in deine Praxis einbaust – und wo die Grenzen deines Berufs liegen. Denn eines ist mir wichtig: Gene sind kein Schicksal. Sie zeigen dir, wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen.
Für wen dieser Ratgeber geschrieben ist
Der Ratgeber richtet sich an Gesundheitsberufe, die keine Ärztinnen und Ärzte sind und mit Lebensstil arbeiten:
- Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker in Deutschland, die Lifestyle-Analysen in ihre Beratung einbauen wollen – mit einer klaren Linie zwischen Lifestyle und Diagnostik (Für Heilpraktiker).
- Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater, Diätologinnen und Diätologen sowie Diätassistentinnen und Diätassistenten, für die Genergebnisse eine neue Grundlage im Gespräch sind (Für Ernährungsberater und Diätologen).
- Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die Training, Regeneration und Nährstoffe zusammen denken (Für Physiotherapeuten).
- Gesundheitscoaches, die mit Lifestyle-Themen arbeiten und dafür klare Grenzen und die richtigen Worte brauchen (Für Gesundheitscoaches).
Viele fachliche Grundlagen – wie Nutrigenetik funktioniert, wie du einen Genbericht erklärst, was beim Datenschutz gilt – findest du bereits im Ratgeber Nutrigenetik. Dieser Ratgeber ergänzt ihn um das, was für deinen Beruf gilt: das Berufsrecht, die Regeln in Österreich und der Schweiz sowie die Praxis- und Produktseite.
Drei Bausteine für deine Praxis
| Baustein | Was es ist | Was es deiner Praxis bringt |
|---|---|---|
| Lifestyle-Genanalyse | Speichelprobe, Analyse im Labor in 4 Tagen; Themen: Ernährung, Gewicht, Sport und Leistung, Stress, Haut | einen persönlichen Grund für deine Empfehlungen |
| Personalisierte Nahrungsergänzung | Rezeptur aus rund 50 Genen, Fragebogen und – wenn vorhanden – Blutwerten, die Vorrang haben; dosiert zwischen einem Drittel und dem Dreifachen der Referenzmenge, höchstens bis zur EFSA-Obergrenze; Tagesbeutel für 90 Tage | einen konkreten nächsten Schritt nach dem Berichtsgespräch |
| Begleitung | Berichtsgespräch, Plan und Folgetermine | Beratung über Monate statt eines einzelnen Termins |
Jedes Gen, das wir berücksichtigen, ist durch mindestens drei unabhängige Studien belegt. Die Empfehlungen daraus sind logische Schlussfolgerungen – und Gene bleiben ein Faktor unter vielen. Wie die drei Bausteine deine Arbeit bereichern, zeigt Genanalysen in der Praxis: der Mehrwert.
Für die Zusammenarbeit gibt es drei Wege: einen eigenen Partnershop, in dem deine Klienten bestellen und du auf jede Bestellung eine Provision erhältst, ohne Einrichtungsgebühren; White Label unter deiner eigenen Marke, mit Nahrungsergänzung schon ab einer Einheit; oder deine eigene Produktidee. Die Unterschiede erklärt Partner- und White-Label-Modelle.
Die wichtigste Grenze: Lifestyle oder Medizin
Ob du eine Genanalyse anbieten darfst, entscheidet ihr Zweck – und in Österreich und der Schweiz zusätzlich dein Beruf. Drei Länder, drei Antworten:
- Deutschland: Diagnostische genetische Untersuchungen dürfen nur Ärztinnen und Ärzte vornehmen (§ 7 GenDG). Das gilt auch für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, obwohl sie Heilkunde ausüben dürfen. Lifestyle-Analysen ohne medizinischen Zweck kannst du anbieten.
- Österreich: Analysen zu Krankheitsveranlagungen veranlassen Fachärztinnen und Fachärzte (§ 68 GTG). Pharmakogenetik ist dort der einzige medizinische Test, den das Gesetz ohne Ärztin oder Arzt erlaubt – ob dein Beruf ihn anbieten darf, regelt dein Berufsrecht. Und den Beruf Heilpraktiker kennt die österreichische Rechtsordnung nicht.
- Schweiz: Auch Lifestyle-Analysen dürfen nur bestimmte Gesundheitsfachpersonen veranlassen (Art. 34 GUMG, Art. 40 GUMV), etwa Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater FH oder Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten FH – nicht aber Coaches oder Naturheilpraktiker. Die Probe wird im Beisein der veranlassenden Person genommen.
Die Details stehen in Was du anbieten darfst: Lifestyle oder Medizin und Österreich und Schweiz: andere Regeln. Was du in deiner Werbung sagen darfst, zeigt Berufsrecht und Werbung.
Wo du am besten anfängst
Du musst den Ratgeber nicht von vorne bis hinten lesen. Je nach Ausgangslage führen dich diese Wege am schnellsten ans Ziel:
- Du willst wissen, ob es sich für deine Praxis lohnt: Lies Genanalysen in der Praxis: der Mehrwert und danach Das Beratungsgespräch.
- Du willst rechtlich auf der sicheren Seite sein: Was du anbieten darfst, Berufsrecht und Werbung und Österreich und Schweiz gehören zusammen.
- Du suchst die Regeln deines Berufs: Kapitel 2 hat einen eigenen Artikel für jede Berufsgruppe; Heilpraktiker finden ihren in Kapitel 1.
- Du willst bald starten: In 5 Schritten zum Angebot führt dich von der Schulung bis zur ersten Nachbestellung.
Alle Kapitel auf einen Blick
Kapitel 1 · Grundlagen
Kapitel 2 · Berufsgruppen
Kapitel 3 · Umsetzung & Recht
Alle 10 Artikel findest du nach Kapiteln geordnet auch am Ende dieser Seite.
Häufige Fragen
Welche Genanalysen darf ich als Heilpraktikerin, Ernährungsberater oder Coach anbieten?
Darf ich in Österreich als Heilpraktiker arbeiten?
Wer darf in der Schweiz Lifestyle-Genanalysen veranlassen?
Brauche ich ein eigenes Labor oder ein Lager?
Brauche ich genetisches Vorwissen?
Passend dazu: Ratgeber Nutrigenetik · Wer darf Gentests anbieten? · Lifestyle-Analysen von Novogenia
Genanalysen für deine Praxis?
Erzähl uns von deiner Praxis und deinen Klientinnen und Klienten – wir zeigen dir, was zu dir passt.
Projekt anfragen →Angebot für HeilpraktikerHinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information für Unternehmen und Fachleute und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Die in einer Genanalyse bestimmten genetischen Eigenschaften sind wissenschaftlich gut belegt (jedes berücksichtigte Gen durch mindestens drei unabhängige Studien); daraus abgeleitete Empfehlungen sind logische Schlussfolgerungen und nicht wissenschaftlich bewiesen. Rechtliche Vorgaben können sich ändern; Irrtümer und Änderungen vorbehalten.
