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Der Beratungsablauf in der Apotheke: von der Speichelprobe bis zur Nachbestellung
In der Apotheke wird aus einer Genanalyse in acht Schritten eine laufende Beratung: informieren, schriftlich einwilligen, Speichelprobe in wenigen Minuten, Analyse in 4 Tagen im Labor plus Versand, Bericht in bis zu 18 Sprachen, Ergebnisgespräch, Abholung der personalisierten Produkte und danach der 90-Tage-Rhythmus. Du entscheidest selbst, ob du die Berichte deiner Kunden siehst. In der Schweiz gehören Apothekerinnen und Apotheker zu den Berufen, die solche Analysen veranlassen dürfen; die Probe wird in ihrem Beisein genommen.
Ein Staffellauf mit klaren Übergaben
Novogenia beschreibt das Modell für Apotheken in einem Satz: Die Probe wird vor Ort genommen und ans Labor geschickt; der Kunde kehrt zurück, um seine Produkte abzuholen – und kommt alle drei Monate wieder, wenn neue Nahrungsergänzung zubereitet wird. Aus einem einzelnen Einkauf wird so eine Beratung, die weitergeht.
Stell dir den Ablauf wie einen Staffellauf vor. Deine Apotheke läuft die erste Runde: Sie informiert, holt die Einwilligung ein und nimmt die Speichelprobe. Dann übernimmt das Labor, analysiert und erstellt den Bericht. Danach ist wieder deine Apotheke dran – mit dem Ergebnisgespräch und der Abholung. Staffelrennen werden selten auf der Geraden verloren, sondern bei der Stabübergabe. Genau darauf schaut dieser Beitrag: auf die acht Schritte und die Übergaben dazwischen.
Die 8 Schritte auf einen Blick
- Informieren: was die Analyse zeigt und was nicht – und ob sie zur Frage deines Kunden passt.
- Einwilligen: schriftlich, inklusive der Frage, wer den Bericht sieht.
- Speichelprobe: in der Apotheke, in wenigen Minuten.
- Analyse: 4 Tage im Labor, dazu der Versand der Probe.
- Bericht: digital über ein gesichertes Portal, auf Wunsch gedruckt, in bis zu 18 Sprachen.
- Ergebnisgespräch: zwei oder drei Schwerpunkte statt aller Kapitel.
- Abholung: Dein Kunde holt seine personalisierten Produkte in der Apotheke ab.
- 90-Tage-Rhythmus: Eine Lieferung Nahrungsergänzung reicht für 90 Tage; danach folgt die nächste, neu berechnet.
Schritt 1: Informieren – erst die Frage, dann der Test
Viele Gespräche beginnen am Beratungstisch mit einer Alltagsfrage: Welche Nährstoffe passen zu mir? Warum klappt das mit dem Gewicht nicht? Was tut meiner Haut gut? Eine Genanalyse kann einen Teil der Antwort liefern – wenn sie zur Frage passt.
- Was die Analyse zeigt: Lifestyle-Analysen zu Ernährung, Gewicht, Sport, Stress und Haut. Sie lesen Gene, die beeinflussen, wie der Körper mit Nährstoffen, Bewegung oder Stress umgeht. Jedes berücksichtigte Gen ist durch mindestens drei unabhängige Studien belegt.
- Was sie nicht ist: keine Diagnose und keine Vorhersage von Krankheiten. Medizinische Analysen gibt es dort, wo das nationale Recht es verlangt, nur über Ärztinnen und Ärzte.
- Was daraus folgt: Die Empfehlungen im Bericht sind logische Schlussfolgerungen, nicht wissenschaftlich bewiesen. Gene sind ein Faktor unter vielen.
Welche Analysen eine Apotheke in Deutschland, Österreich und der Schweiz anbieten kann, erklärt Gentests in der Apotheke anbieten.
Schritt 2: Einwilligung – keine Überraschungen
Genetische Daten sind sensibel. Die DSGVO zählt sie zu den besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 Abs. 1 der Datenschutz-Grundverordnung). Erlaubt ist ihre Verarbeitung unter anderem, wenn die betroffene Person für festgelegte Zwecke ausdrücklich eingewilligt hat (Art. 9 Abs. 2 Buchst. a). Für deinen Ablauf heißt das: Dein Kunde willigt schriftlich ein, bevor er die Speichelprobe abgibt – und weiß, wer seinen Bericht sieht.
Novogenia lässt dir die Wahl: Du entscheidest selbst, ob du die Berichte deiner Kunden siehst oder nicht. Beides funktioniert, solange dein Kunde es vorher weiß. Zwei Punkte aus den AGB von Novogenia gehören ebenfalls ins Vorgespräch: Mit der Einsendung einer Probe bestätigt der Kunde, dass er volljährig ist. Für Minderjährige werden ausschließlich nicht-medizinische Analysen durchgeführt, und nur mit schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Mehr zum Datenschutz in Genetische Daten und DSGVO.
Schritt 3: Die Speichelprobe – wenige Minuten am Beratungstisch
Die Speichelprobe dauert nur wenige Minuten und passt in ein normales Beratungsgespräch. Für Lifestyle-Analysen nutzt du ein Speichelproben-Set als Nicht-Medizinprodukt. Auf Wunsch gibt es das Set im Design deiner Marke, mit deinem Logo, deiner Anleitung und deiner Verpackung.
- Ein ruhiger Platz: Beratungsraum oder ein abgeschirmter Bereich am Beratungstisch.
- Die Anleitung im Set gilt: Geh sie gemeinsam mit deinem Kunden durch.
- Eindeutige Zuordnung: Die Probe gehört eindeutig zur richtigen Person, so wie es das Set vorsieht.
- Versand festhalten: Notiere, wann die Probe die Apotheke verlassen hat.
In Deutschland und Österreich kann dein Kunde die Probe im Partner-Shop-Modell auch zu Hause nehmen. In der Apotheke hast du einen Vorteil: Du beantwortest Fragen sofort und weißt, dass die Probe unterwegs ist.
Schritte 4 und 5: Analyse und Bericht – die Wartezeit nutzen
Wir analysieren die Probe in unserem eigenen Labor in Eugendorf bei Salzburg. Die Analyse dauert 4 Tage, dazu kommt der Versand der Probe ins Labor. Lifestyle-Analysen wertet Novogenia selbst aus. Der Bericht kommt danach digital in ein gesichertes Portal, auf Wunsch auch gedruckt, und ist in bis zu 18 Sprachen verfügbar – praktisch, wenn deine Kundschaft nicht nur Deutsch spricht.
Für personalisierte Produkte kommt nach dem Bericht noch die Herstellung dazu. Plane den Abholtermin deshalb nicht zu knapp und sag deinem Kunden offen, dass Analyse, Versand und Herstellung zusammen etwas Zeit brauchen.
Nutze die Wartezeit. In die Rezeptur personalisierter Nahrungsergänzung fließen neben den Genen ein Fragebogen und – wenn vorhanden – Blutwerte ein; Blutwerte haben dabei Vorrang. Lass deinen Kunden den Fragebogen ausfüllen, solange die Probe im Labor ist. Wie aus diesen drei Quellen eine Rezeptur wird, erklärt Personalisierte Mikronährstoffe.
Siehst du die Berichte, lies sie vor dem Gespräch und markiere, was zur Frage deines Kunden passt. Siehst du sie nicht, bitte deinen Kunden, den Bericht mitzubringen.
Schritt 6: Das Ergebnisgespräch – vom Ziel aus
Im Ergebnisgespräch wird aus Genen ein Plan. Der Bericht hat viele Kapitel; dein Kunde braucht zwei oder drei Schwerpunkte. Arbeite dich von dem Ziel aus vor, das ihr in Schritt 1 geklärt habt:
- Einfach erklären: Novogenia-Berichte sprechen bewusst von „funktionierenden“ und „beeinträchtigten“ Genen. Das ist eine Vereinfachung, die Genetik greifbar macht.
- Kein Schicksal: Gene zeigen Tendenzen. Ernährung, Bewegung, Schlaf und Pflege entscheiden mit.
- Klare Grenze: Ein Lifestyle-Bericht ist keine Grundlage, um Medikamente abzusetzen, zu wechseln oder anders zu dosieren. Darüber entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
- Produkt als Angebot: Personalisierte Nahrungsergänzung oder Pflege ist eine mögliche Folge des Berichts, kein Pflichtteil. Erst kommt die Beratung, dann – wenn es passt – das Produkt.
Beispielsätze und klare Regeln, wann du an eine Ärztin oder einen Arzt verweist, findest du in Den Genbericht verständlich erklären. Wie du dein Team auf diese Gespräche vorbereitest, steht in Das Apothekenteam schulen.
Schritte 7 und 8: Abholung und 90-Tage-Rhythmus
Nach dem Gespräch wird produziert – für genau diese eine Person. Die personalisierte Nahrungsergänzung kommt als Mikrotransporter-Pellets in Tagessachets mit dem Namen deines Kunden, in einem handlichen Spender; eine Lieferung reicht für 90 Tage. Bei Pflege sind es Tagesserum, Nachtserum oder Körperlotion, abgestimmt auf das Gen-Ergebnis. Dein Kunde holt seine Produkte in der Apotheke ab. Auf Wunsch versendet Novogenia als Fulfillment-Partner auch direkt an deinen Kunden.
Die Abholung ist mehr als eine Übergabe. Sie ist der zweite persönliche Kontakt: Wie kommt dein Kunde mit der Einnahme zurecht? Ist noch etwas offen? Und sie gibt den Takt für alles Weitere vor. Nach 90 Tagen ist die Lieferung aufgebraucht, und die nächste steht an. Bei jeder neuen Produktion wird die Rezeptur neu berechnet – mit dem aktuellen Alter und gegebenenfalls einem aktualisierten Fragebogen oder neuen Blut- oder Genanalysen. Die Gene selbst ändern sich nicht; für die Nachbestellung muss die Genanalyse nicht wiederholt werden. Wie du diesen Rhythmus organisierst, zeigt Nachbestellung und Abo: Kunden binden.
Wer was macht: Apotheke und Novogenia
| Schritt | Deine Apotheke | Novogenia |
|---|---|---|
| Informieren und Einwilligung | Gespräch, schriftliche Einwilligung, Klärung, wer den Bericht sieht | Einblick in die Berichte nach deiner Wahl |
| Speichelprobe | Probennahme in wenigen Minuten, Versand ans Labor | Speichelproben-Set, auf Wunsch in deinem Design |
| Analyse | Wartezeit für den Fragebogen nutzen | 4 Tage im eigenen Labor, Auswertung der Lifestyle-Analyse |
| Bericht | vorbereiten, falls du Einblick hast | digital im gesicherten Portal, auf Wunsch gedruckt, in bis zu 18 Sprachen |
| Ergebnisgespräch | zwei oder drei Schwerpunkte; bei medizinischen Fragen Verweis an Ärztin oder Arzt | kostenlose NOVO Academy zur Vorbereitung |
| Produkte | Abholung in der Apotheke | Herstellung pro Person; auf Wunsch Versand direkt an den Kunden |
| Nachbestellung | Gespräch im 90-Tage-Rhythmus | Rezeptur bei jeder Produktion neu berechnet |
Schweiz: Probe im Beisein der Apothekerin oder des Apothekers
In der Schweiz gelten für Lifestyle-Analysen strengere Regeln als in Deutschland und Österreich. Das Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) erfasst auch Analysen physiologischer Eigenschaften, deren Kenntnis die Lebensweise beeinflussen kann (Art. 31 Abs. 1 GUMG) – etwa zu Ernährungsverhalten, sportlicher Aktivität und allgemeinem Wohlbefinden (Art. 37 Abs. 1 GUMV). Für deinen Ablauf bedeutet das:
- Wer veranlasst: Apothekerinnen und Apotheker gehören zu den Gesundheitsfachpersonen, die solche Analysen veranlassen dürfen (Art. 40 GUMV). Voraussetzung sind die Befugnis zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung und Kenntnisse der Humangenetik aus Aus- und Weiterbildung (Art. 34 Abs. 1 GUMG).
- Probe im Beisein: Die Probenahme muss im Beisein der veranlassenden Person stattfinden (Art. 34 Abs. 3 GUMG).
- Kein Set für zu Hause: Tests zur Eigenanwendung dürfen für diese Analysen nicht abgegeben werden (Art. 13 GUMG).
- Schriftliche Aufklärung: Sie nennt das durchführende Labor, beteiligte Firmen und Labore im Ausland sowie die Kontaktdaten einer Fachperson für Fragen und der für die Datenbearbeitung verantwortlichen Person (Art. 32 GUMG).
- Labor im Ausland: Weil das Labor in Österreich steht, braucht es die schriftliche Zustimmung deines Kunden (Art. 36 GUMG, der Art. 29 sinngemäß anwendet).
- Einblick in den Bericht: Einer anderen Person dürfen die Ergebnisse nur mitgeteilt werden, wenn dein Kunde zugestimmt hat (Art. 7 Abs. 2 GUMG).
- Manche Themen sind medizinisch: Analysen etwa zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stoffwechselstörungen oder einem erhöhten Risiko für Sportverletzungen gelten als medizinisch (Art. 37 Abs. 2 GUMV).
Statt der DSGVO gilt das Schweizer Datenschutzgesetz; genetische Daten sind dort besonders schützenswerte Personendaten (Art. 5 Bst. c DSG). Was in Deutschland und Österreich eine Option ist – die Probe in der Apotheke –, ist in der Schweiz für deine Apotheke damit der vorgeschriebene Weg. Details in Recht: Was Apotheken beachten müssen.
Checkliste für deinen Ablauf
- Die Frage deines Kunden ist geklärt, und die Analyse passt dazu.
- Medizinische Themen und akute Beschwerden gehen an Ärztin oder Arzt.
- Die Einwilligung liegt schriftlich vor, auch dazu, wer den Bericht sieht.
- Die Speichelprobe ist nach Anleitung genommen, eindeutig zugeordnet und verschickt.
- Der Fragebogen läuft während der Analyse.
- Das Ergebnisgespräch ist terminiert und vorbereitet.
- Abholung oder Versand der Produkte ist geklärt.
- Der nächste Termin im 90-Tage-Rhythmus steht.
- In der Schweiz: Veranlassung durch die Apothekerin oder den Apotheker, Probe in ihrem Beisein, schriftliche Aufklärung und Zustimmung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es von der Speichelprobe bis zur Abholung?
Muss die Speichelprobe in der Apotheke genommen werden?
Sieht die Apotheke die Berichte ihrer Kunden?
Welche Analysen passen in den Beratungsablauf?
Muss die Genanalyse vor jeder Nachbestellung wiederholt werden?
Passend dazu: Gentests in der Apotheke anbieten · Nachbestellung und Abo: Kunden binden · Den Genbericht verständlich erklären
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Projekt anfragen →Angebot für ApothekenHinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information für Unternehmen und Fachleute und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Die in einer Genanalyse bestimmten genetischen Eigenschaften sind wissenschaftlich gut belegt (jedes berücksichtigte Gen durch mindestens drei unabhängige Studien); daraus abgeleitete Empfehlungen sind logische Schlussfolgerungen und nicht wissenschaftlich bewiesen. Rechtliche Vorgaben können sich ändern; Irrtümer und Änderungen vorbehalten.
