🧬 Ratgeber White-Label-Gentests — Praxiswissen zur eigenen Gentest-Marke und zum Lohnlabor von Novogenia.

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Ratgeber White-Label-Gentests

Das richtige Testportfolio wählen: welche Gentests zu deiner Marke passen

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 13. Oktober 2026 · Lesezeit: 8 Min.

Kurz gesagt

Ein gutes Testportfolio beginnt bei deiner Zielgruppe, nicht bei der Zahl der Tests. Novogenia hat mehr als 30 Gentests selbst entwickelt; aus einer Speichelprobe entstehen mehrere eigenständige Berichte. Unter deiner Marke bietest du nicht-medizinische Analysen an, etwa zu Ernährung, Gewicht, Haut und Sport. Medizinische Analysen laufen dort, wo das Recht es verlangt, über Ärztinnen und Ärzte. Starte mit wenigen Themen, die du gut erklären kannst, baue Schritt für Schritt aus und verbinde die Ergebnisse mit Folgeprodukten wie personalisierter Nahrungsergänzung oder Kosmetik.

Was Menschen über ihre Gene wissen wollen

Was interessiert Menschen, die einen Gentest kaufen, eigentlich am meisten? Ein Forschungsteam der University of Michigan hat 1.648 Kundinnen und Kunden zweier großer Anbieter von Verbraucher-Gentests vor und nach dem Test befragt. Das Ergebnis: Für Informationen über persönliche Merkmale interessierten sich 72 % sehr – genauso viele wie für Krankheitsrisiken (72 %). Bei der Herkunft waren es 74 %. Und nach dem Ergebnis sagten 59 %, die Informationen würden beeinflussen, wie sie mit ihrer Gesundheit umgehen (Roberts et al., Public Health Genomics, 2017).

Daraus lässt sich ableiten: Nicht-medizinische Themen sind kein Trostpreis neben der Medizin. Für viele Menschen sind sie genauso spannend – und genau dort liegt das Herz einer Gentest-Marke. Die Studie zeigt noch etwas: 38 % hatten vor dem Kauf nicht bedacht, dass ein Test auch unerwünschte Informationen liefern kann. Ein Portfolio mit klaren Grenzen und ehrlicher Aufklärung schützt also nicht nur dich, sondern auch deine Kundinnen und Kunden.

Stell dir dein Portfolio wie die Speisekarte eines guten Restaurants vor. Sie hat nicht zweihundert Gerichte, sondern die richtigen – passend zu den Gästen, die kommen. Hier liest du, wie du diese Karte für deine Marke zusammenstellst.

Eine Speichelprobe, eine ganze Bibliothek

Novogenia hat mehr als 30 Gentests selbst entwickelt. Sie bilden die wissenschaftliche Grundlage deiner White-Label-Produkte. Das Praktische daran: Jede Analyse ist ein eigenständiger Bericht, und alle entstehen aus derselben Speichelprobe. Für deine Kundinnen und Kunden heißt das: einmal Speichel abgeben, mehrere Themen erfahren.

Die Berichte lassen sich zu Familien ordnen. Nicht jede Familie ist für jeden Anbieter gedacht:

BerichtsfamilieTypische ThemenUnter deiner Marke als Partner?
LifestyleErnährung, Gewicht, Stoffwechsel und Unverträglichkeitenja, nicht-medizinisch
BeautyHautalterung, Kollagen, UV-Schutz und Antioxidantienja, nicht-medizinisch
PerformanceKraft, Ausdauer, Regeneration und Verletzungsrisikoja, nicht-medizinisch
Präventiongenetisches Risikoscreening, etwa zum Herz-Kreislauf-Risikonein – medizinisch, über Ärztinnen und Ärzte
TherapiePharmakogenetik und Therapieoptimierungnein – mit einer Ausnahme in Österreich (siehe unten)
Baby und ReproduktionNeugeborenen-Screening auf ärztliche Veranlassung, Reproduktionsgenetiknein – nur ärztlich veranlasst

Welche Gene in einen Bericht kommen, entscheidet eine feste Regel: Ein Gen kommt nur in eine Analyse, wenn mindestens drei unabhängige Studien den Effekt stützen. Nicht ausreichend dokumentierte Varianten berichten wir nicht. Für deine Marke ist das ein Vertrauensanker – du kannst jeder Kundin erklären, warum genau diese Gene im Bericht stehen.

Lifestyle oder medizinisch: wo die Grenze verläuft

Die Grenze zieht vor allem der Zweck. Eine nicht-medizinische Analyse beantwortet Fragen zu Ernährung, Stoffwechsel, Haut, Sport und Lebensstil. Sie stellt keine Diagnose dar, ist keine medizinische Beratung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Eine medizinische Analyse fragt dagegen nach Krankheitsrisiken, Erbkrankheiten oder der Wirkung von Medikamenten.

Für dein Portfolio gelten bei Novogenia drei Regeln:

In der Schweiz unterscheidet das Gesetz feiner. Neben medizinischen Untersuchungen kennt es Untersuchungen außerhalb des medizinischen Bereichs zu besonders schützenswerten Eigenschaften – etwa zu physiologischen Eigenschaften, deren Kenntnis die Lebensweise beeinflussen kann, zu persönlichen Eigenschaften oder zur Herkunft – und übrige Untersuchungen (Art. 31 GUMG). Untersuchungen zu besonders schützenswerten Eigenschaften dürfen nur Gesundheitsfachpersonen veranlassen (Art. 34 GUMG). Was das für dein Angebot bedeutet und wie es sich von Deutschland und Österreich unterscheidet, zeigt Recht: Gentests anbieten in DE, AT und CH.

Auch das Set folgt dieser Weiche: Für Lifestyle-Analysen gibt es Sets als Nicht-Medizinprodukt, für medizinische Analysen Sets als Medizinprodukt (Speichelproben-Kits: Medizinprodukt oder nicht?).

Themen wählen: vom Kunden aus denken

Die beste Frage zum Start lautet nicht „Welche Tests gibt es?“, sondern „Welche Frage stellen meine Kundinnen und Kunden?“. Diese Übersicht hilft dir, Zielgruppe und Themen zusammenzubringen:

Deine ZielgruppeNaheliegende ThemenMöglicher nächster Schritt
Ernährungsberatung und Online-ProgrammeErnährung, Gewicht, StoffwechselFolgeberatung, personalisierte Nahrungsergänzung
Fitnessstudios, Sport und CoachingKraft, Ausdauer, Regenerationabgestimmter Trainings- und Ernährungsplan
Kosmetikstudios, Spas und Beauty-MarkenHautalterung, Kollagen, UV-Schutz, Antioxidantienpersonalisierte Pflege
Versicherungen und GesundheitsprojekteLifestyle-Themen, abgestimmt auf Zielgruppe und ComplianceProgramme mit Begleitung und Produkten
Online-Shops und E-CommerceErnährung, Haut, SportFolgeprodukte unter eigener Marke

Fünf Fragen helfen dir, jedes Thema zu prüfen:

Ein Bericht, der zur Frage passt, bringt mehr als möglichst viele Ergebnisse. Lass dich deshalb nicht von Masse leiten: Hunderte Genvarianten wirken eindrucksvoll, sagen aber nichts darüber, wie gut jede einzelne belegt ist.

Klein starten, Schritt für Schritt ausbauen

Ein Portfolio wächst am besten wie eine Speisekarte: erst die Gerichte, die das Haus ausmachen, dann die Ergänzungen, die sich die Gäste wünschen.

  1. Kernthema: Starte mit einem oder zwei Themen, die zu deiner Zielgruppe passen und die du sicher erklären kannst.
  2. Erfahrung sammeln: Achte darauf, welche Fragen deine Kundinnen und Kunden stellen und welche Berichte sie am meisten nutzen.
  3. Ergänzen: Nimm weitere Berichtsfamilien dazu – etwa Beauty zu Ernährung oder Performance zu Gewicht.
  4. Folgeprodukte: Verbinde die Ergebnisse mit personalisierten Produkten (nächster Abschnitt).
  5. Eigenes Panel: Brauchst du einen Test, den es noch nicht gibt, entwickeln wir ihn mit dir – von der Markerauswahl über Panel-Design, Assay-Entwicklung und Validierung bis zur Pilotphase und Skalierung (Entwicklungspartner für Genanalysen).

Auch bei den Sets musst du nicht groß einsteigen: Du erhältst ein Angebot inklusive Mengenstaffel, von der ersten Charge bis zur laufenden Versorgung. Für eigene Entwicklungen gibt es keine pauschale Dauer; jedes Projekt beginnt mit einer sauberen Klärung des Umfangs.

Vom Ergebnis zum Folgeprodukt

Ein Genbericht beantwortet eine Frage. Ein Folgeprodukt macht daraus Alltag. Bei Novogenia stehen Genlabor, Fabrik für Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikfabrik in einem Gebäude in Eugendorf bei Salzburg. So entsteht aus denselben genetischen Daten ein Produkt unter deiner Marke:

Rezeptur, Verpackung, Beilagen und Versand tragen deine Marke. Und weil eine Lieferung für 90 Tage reicht, entsteht ein natürlicher Rhythmus für Nachbestellung und Kontakt. Zusammen mit einer Plattform wird aus einem einmaligen Testergebnis so ein wiederkehrendes Markenerlebnis (Berichte und Plattform unter deiner Marke).

Wichtig für deine Kommunikation: Die Empfehlungen aus einer Genanalyse sind logische Schlussfolgerungen, nicht wissenschaftlich bewiesen. Werbe für Nahrungsergänzungsmittel nur mit zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben in ihrem offiziellen Wortlaut und für Kosmetik nur mit kosmetischen Funktionen.

Checkliste für dein Testportfolio

Häufige Fragen

Wie viele Gentests sollte ich zum Start anbieten?
So wenige wie möglich, so viele wie nötig: Starte mit einem oder zwei Themen, die zu deiner Zielgruppe passen und die du sicher erklären kannst. Erweitern kannst du später – Novogenia hat mehr als 30 Gentests entwickelt, und aus einer Speichelprobe entstehen mehrere eigenständige Berichte.
Darf ich Krankheitsrisiken unter meiner Marke anbieten?
Als Vertriebspartner nicht. Partner bieten nicht-medizinische Analysen an, etwa zu Ernährung, Gewicht, Haut und Sport. Analysen zu Krankheitsrisiken sind medizinisch. Es gibt sie dort, wo nationales Recht es verlangt, nur über Ärztinnen und Ärzte – nach der vorgeschriebenen ärztlichen Aufklärung und mit schriftlicher Einwilligung.
Welche Gentests eignen sich für Kinder und Jugendliche?
Für Minderjährige führt Novogenia ausschließlich nicht-medizinische Analysen durch, und nur mit schriftlicher Zustimmung der Sorgeberechtigten. Prüfe zudem, ob das Thema für diese Altersgruppe wirklich eine Frage beantwortet, die im Alltag weiterhilft.
Kann ich einen eigenen Gentest entwickeln lassen?
Ja. Als Entwicklungspartner begleitet Novogenia dich von der Markerauswahl über Panel-Design, Assay-Entwicklung und Validierung bis zur Pilotphase und Skalierung – als gemeinsame Produktentwicklung oder als reine Auftragsentwicklung. Eine pauschale Dauer gibt es nicht; jedes Projekt beginnt mit einer sauberen Klärung des Umfangs.
Wie verbinde ich Gentests mit Folgeprodukten?
Aus denselben genetischen Daten entstehen personalisierte Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetik unter deiner Marke. Eine Lieferung der personalisierten Nahrungsergänzung reicht für 90 Tage. Das schafft einen natürlichen Rhythmus für Nachbestellung und Kontakt.

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