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Kosmetik herstellen lassen: der Ablauf von der Idee bis zum Marktstart
Kosmetik herstellen zu lassen läuft in sechs Schritten: Du wählst den Weg (BeautyMe weiterverkaufen, White Label oder eigene Rezeptur), legst Rezeptur oder Basis fest, sicherst Sicherheit und Recht ab, gestaltest Verpackung und Etikett, startest die Produktion in einer Kleinserie und bringst deine Linie auf den Markt. Der rechtliche Kern in der EU: Vor dem Marktstart braucht jedes Produkt eine verantwortliche Person, eine Sicherheitsbewertung durch eine qualifizierte Fachperson, eine Produktinformationsdatei und eine elektronische Meldung. Bei Novogenia übernehmen wir die Rolle der verantwortlichen Person. Die Entwicklung einer eigenen Rezeptur dauert 3 bis 5 Monate; mit White Label geht es schneller.
Ein Serum braucht mehr als eine gute Rezeptur
Stell dir vor, deine Rezeptur ist fertig. Die Textur stimmt, der Duft passt, das Etikett ist gedruckt. Darfst du jetzt verkaufen? In der EU noch nicht. Bevor das erste Fläschchen über die Theke geht, verlangt die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 vier Dinge: eine verantwortliche Person mit Sitz in der EU, eine Sicherheitsbewertung durch eine qualifizierte Fachperson, eine Produktinformationsdatei und eine elektronische Meldung (Art. 4, 10, 11 und 13).
Die Produktinformationsdatei kannst du dir wie das Bordbuch eines Flugzeugs vorstellen. Darin steht, was im Produkt steckt, wie es hergestellt wurde und warum es sicher ist. Und dieses Bordbuch muss noch zehn Jahre nach der letzten Charge für die Behörden griffbereit sein.
Klingt nach viel? Das ist es auch – wenn du es allein stemmen musst. Mit einem Hersteller, der Labor, Produktion und die rechtliche Rolle unter einem Dach verbindet, wird daraus ein klarer Ablauf in sechs Schritten.
Die sechs Schritte im Überblick
- Idee und Weg: Zielgruppe, Positionierung und das passende Partnermodell.
- Rezeptur oder Basis: erprobte Basisrezeptur, eigene Rezeptur, auf Wunsch personalisiert.
- Sicherheit und Recht: verantwortliche Person, Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei, Meldung.
- Verpackung und Branding: Logo, Etikett, Pflichtangaben und Werbeaussagen.
- Produktion in Kleinserie: Testcharge, Herstellung nach ISO 22716, Abfüllung.
- Marktstart: Vertriebsweg, Team, Beratung und Nachbestellung.
Schritt 1: Idee, Zielgruppe und der passende Weg
Am Anfang steht nicht die Frage nach dem Wirkstoff, sondern nach dem Menschen, der dein Produkt benutzt. Drei Fragen helfen dir, scharf zu werden:
- Für wen? Stammkundinnen in deinem Studio, Gäste im Spa, die Kundschaft deiner Apotheke oder eine Online-Community – jede Gruppe kauft anders.
- Womit hebst du dich ab? Mit deiner Beratung, deiner Marke oder mit dem Produkt selbst?
- Wie viel soll deins sein? Davon hängt ab, welcher Weg passt.
Bei Novogenia gibt es drei Wege. Du kannst die personalisierte Pflege BeautyMe weiterverkaufen – ohne Labor, ohne Produktion, ohne Startkosten. Du kannst eine erprobte Basisrezeptur als White Label unter deiner Marke herausbringen, der schnellste Weg zur eigenen Marke. Oder du entwickelst eine eigene Rezeptur; das dauert 3 bis 5 Monate. Die Wege im direkten Vergleich zeigt White Label, Private Label oder eigene Rezeptur?.
Willst du personalisierte Kosmetik anbieten, kläre schon jetzt die Datenfrage: Kommt die genetische Information aus einer neuen Speichelprobe, oder hast du bereits Genotyp-Daten deiner Kundinnen und Kunden? Genetische Daten gehören nach der DSGVO zu den besonders geschützten Daten – mehr in Genetische Daten und DSGVO. Wer Genanalysen in der Schweiz anbieten will, prüft vorab, wer sie dort veranlassen darf (Wer darf Gentests anbieten?).
Schritt 2: Rezeptur oder erprobte Basis
Novogenia stellt drei Produkte her: ein Tagesserum, ein Nachtserum und eine Körperlotion. Das ist bewusst schlank – drei Produkte, die zusammen eine Pflegeroutine ergeben: morgens, abends und für den Körper. Jeder Weg führt zu einem dieser drei Formate.
Mit White Label baust du auf einer erprobten Basisrezeptur auf, die unter deiner Marke abgefüllt wird. Rezeptur und Herstellung sind schon eingespielt; du konzentrierst dich auf Marke, Auftritt und Vertrieb.
Mit einer eigenen Rezeptur bringst du die Idee oder deine Wirkstoffwünsche mit, und wir setzen sie galenisch und regulatorisch sauber um. Galenik ist die Kunst, aus Wirkstoffen ein Produkt zu machen, das stabil bleibt und sich gut auftragen lässt. Das ist wie beim Backen: Dieselben Zutaten ergeben je nach Rezept einen luftigen Kuchen oder einen Ziegelstein. Die Entwicklung dauert 3 bis 5 Monate.
Personalisiert wird über die Gene. Das Ergebnis der Genanalyse verändert, welche Inhaltsstoffe in die Rezeptur kommen und wie hoch sie dosiert sind. Die Analyse liest Gene zu Pflegethemen wie Kollagenabbau und -bildung, UV-Schutz der Haut, Feuchtigkeit, oxidativem Stress, Coenzym Q10, Selen und Entzündungsneigung. Grundlage ist eine Speichelprobe oder Genotyp-Daten, die ein Partner bereits hat. Wie das im Detail funktioniert, erklärt Personalisierte Kosmetik.
Bevor es in Serie geht, kannst du auf Wunsch eine kleine Testcharge bekommen. Damit prüfst du Textur, Duft und Aussehen dort, wo das Produkt später verkauft wird.
Schritt 3: Sicherheit und Recht
Alles beginnt mit dem Zweck. Ein kosmetisches Mittel dient laut Art. 2 der Kosmetikverordnung dazu, Haut, Haare oder Zähne zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, in gutem Zustand zu halten oder Körpergeruch zu beeinflussen. Heilen oder behandeln gehört nicht dazu. Dieser Rahmen prägt alles, von der Rezeptur bis zum Etikett. Vier Pflichten stehen im Mittelpunkt:
- Verantwortliche Person (Art. 4): Ein Produkt darf nur auf den Markt, wenn eine verantwortliche Person mit Sitz in der EU benannt ist. Wer ein Produkt herstellen lässt und unter eigenem Namen oder eigener Marke verkauft, gilt rechtlich als Hersteller (Art. 2) und ist zunächst selbst verantwortlich. Er kann aber per schriftlichem Mandat eine andere Person in der EU benennen, die schriftlich zustimmt. Bei Novogenia übernehmen wir diese Rolle.
- Sicherheitsbewertung (Art. 10): Eine Fachperson mit Hochschulabschluss etwa in Pharmazie, Toxikologie oder Medizin bewertet die Sicherheit – mit Blick auf die vorgesehene Anwendung und darauf, wie viel von jedem Inhaltsstoff in den Körper gelangen kann. Das Ergebnis steht im Sicherheitsbericht, der aktuell gehalten wird.
- Produktinformationsdatei (Art. 11): Sie enthält unter anderem die Produktbeschreibung, den Sicherheitsbericht, die Herstellungsweise samt Erklärung zur guten Herstellungspraxis und, wo nötig, Belege für die beworbene Wirkung. Sie wird zehn Jahre nach der letzten Charge aufbewahrt.
- Meldung (Art. 13): Vor dem Marktstart wird das Produkt elektronisch bei der EU-Kommission gemeldet, über das Notifizierungsportal CPNP.
In der Schweiz gilt die Verordnung des EDI über kosmetische Mittel (VKos). Auch dort braucht jedes kosmetische Mittel eine Produktinformationsdatei mit einem Sicherheitsbericht, den eine qualifizierte Fachperson erstellt, und die gute Herstellungspraxis entspricht ISO 22716 (BLV). Die EU-Meldung über das CPNP betrifft den EU-Markt; wer in die Schweiz liefert, richtet sich nach den Pflichten der VKos.
Was die verantwortliche Person im Einzelnen leistet, beschreibt Verantwortliche Person, Sicherheitsbewertung, Meldung.
Schritt 4: Verpackung, Etikett und Werbeaussagen
Jetzt bekommt dein Produkt sein Gesicht: Logo, Etikett und Verpackung entstehen in deinem Design. Bei White Label tritt Novogenia nach außen nicht als Marke auf – deine Kundinnen und Kunden sehen deine Marke.
Plane die Pflichtangaben früh ein, denn auf einem kleinen Fläschchen ist der Platz knapp. Nach Art. 19 der Kosmetikverordnung gehören auf Behälter und Verpackung unter anderem:
- Name und Anschrift der verantwortlichen Person
- Nenninhalt nach Gewicht oder Volumen
- Mindesthaltbarkeitsdatum – oder bei mehr als 30 Monaten Haltbarkeit die Verwendungsdauer nach dem Öffnen
- besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Gebrauch
- Chargennummer
- Funktion des Produkts, wenn sie sich nicht aus der Aufmachung ergibt
- Liste der Bestandteile
Genauso wichtig sind die Werbeaussagen. Ein Produkt darf keine Eigenschaften versprechen, die es nicht hat (Art. 20). Die Verordnung (EU) Nr. 655/2013 nennt sechs Kriterien: Rechtskonformität, Wahrheitstreue, Belegbarkeit, Redlichkeit, Lauterkeit und fundierte Entscheidung. Formulierungen wie „pflegt“ oder „unterstützt die Feuchtigkeit der Haut“ passen zu einem kosmetischen Mittel; „heilt“ oder „behandelt“ nicht. Die Details stehen in Kennzeichnung von Kosmetik und Werbung mit Kosmetik.
Schritt 5: Produktion in Kleinserie
Novogenia produziert Kosmetik ab Kleinserie. Du startest klein, lernst deine Kundschaft kennen und wächst mit ihr – von der ersten Testcharge bis zur Großproduktion. Wie du Mengen und Zeitplan klug planst, zeigt Kleinserie, Mengen und Zeitplan.
Hergestellt wird auf eigenen Linien in Eugendorf, nach ISO 22716, der Norm für gute Herstellungspraxis bei Kosmetik. Wer nach dieser harmonisierten Norm arbeitet, erfüllt nach Art. 8 der Kosmetikverordnung die Anforderungen an die Herstellung. Dazu kommen geprüfte Rohstoffe und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit: Über die Chargennummer lässt sich jedes Fläschchen seiner Produktion zuordnen. Bei personalisierter Pflege wird nach der Analyse für die jeweilige Person formuliert und abgefüllt. Mehr dazu in Qualität nach ISO 22716.
Schritt 6: Marktstart und Vertrieb
Wie dein Produkt zur Kundin kommt, hängt vom Vertriebsweg ab. Zwei Modelle haben sich bewährt:
- Vor Ort: Im Studio, Spa oder Hotel wird die Speichelprobe genommen – das dauert nur wenige Minuten. Die Probe geht an unser Labor, die Analyse dauert 4 Tage, und du übergibst die fertigen, personalisierten Produkte.
- Online: Deine Kundinnen bestellen die Analyse direkt in deinem Shop. Novogenia verschickt das Probenset, führt die Analyse durch und liefert die Produkte.
Spas und Wellnesshotels bieten die Pflege oft zum Mitnehmen oder im Abo nach dem Aufenthalt an. Für dein Team gibt es die kostenlose NOVO Academy mit einer Schulung zur Genetik der Haut. Welche Kanäle zu dir passen, beschreibt Kosmetik verkaufen: Studio, Spa, Apotheke, Online.
Checkliste: Kosmetik herstellen lassen
- Zielgruppe und Positionierung festgelegt: Für wen ist die Linie, und womit hebt sie sich ab?
- Weg gewählt: BeautyMe weiterverkaufen, White Label oder eigene Rezeptur.
- Format geklärt: Tagesserum, Nachtserum, Körperlotion – oder alle drei.
- Bei Personalisierung: Datenquelle, Einwilligung und Datenschutz geregelt.
- Verantwortliche Person benannt, Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei und Meldung vor dem Marktstart abgeschlossen.
- Etikett mit allen Pflichtangaben entworfen, Platz für die Liste der Bestandteile eingeplant.
- Werbetexte geprüft: kosmetischer Zweck, keine Heilversprechen, jede Aussage belegbar.
- Testcharge geprüft: Textur, Duft und Aussehen passen zu deiner Zielgruppe.
- Vertriebsweg, Team und Schulung für den Start vorbereitet.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, Kosmetik herstellen zu lassen?
Brauche ich ein eigenes Labor oder eine eigene Produktion?
Was ist die verantwortliche Person?
Welche Produkte kann ich herstellen lassen?
Kann ich das Produkt vor der ersten Produktion testen?
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