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Kosmetik herstellen lassen: der Ablauf von der Idee bis zum Marktstart

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 13. Oktober 2026 · Lesezeit: 9 Min.

Kurz gesagt

Kosmetik herstellen zu lassen läuft in sechs Schritten: Du wählst den Weg (BeautyMe weiterverkaufen, White Label oder eigene Rezeptur), legst Rezeptur oder Basis fest, sicherst Sicherheit und Recht ab, gestaltest Verpackung und Etikett, startest die Produktion in einer Kleinserie und bringst deine Linie auf den Markt. Der rechtliche Kern in der EU: Vor dem Marktstart braucht jedes Produkt eine verantwortliche Person, eine Sicherheitsbewertung durch eine qualifizierte Fachperson, eine Produktinformationsdatei und eine elektronische Meldung. Bei Novogenia übernehmen wir die Rolle der verantwortlichen Person. Die Entwicklung einer eigenen Rezeptur dauert 3 bis 5 Monate; mit White Label geht es schneller.

Ein Serum braucht mehr als eine gute Rezeptur

Stell dir vor, deine Rezeptur ist fertig. Die Textur stimmt, der Duft passt, das Etikett ist gedruckt. Darfst du jetzt verkaufen? In der EU noch nicht. Bevor das erste Fläschchen über die Theke geht, verlangt die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 vier Dinge: eine verantwortliche Person mit Sitz in der EU, eine Sicherheitsbewertung durch eine qualifizierte Fachperson, eine Produktinformationsdatei und eine elektronische Meldung (Art. 4, 10, 11 und 13).

Die Produktinformationsdatei kannst du dir wie das Bordbuch eines Flugzeugs vorstellen. Darin steht, was im Produkt steckt, wie es hergestellt wurde und warum es sicher ist. Und dieses Bordbuch muss noch zehn Jahre nach der letzten Charge für die Behörden griffbereit sein.

Klingt nach viel? Das ist es auch – wenn du es allein stemmen musst. Mit einem Hersteller, der Labor, Produktion und die rechtliche Rolle unter einem Dach verbindet, wird daraus ein klarer Ablauf in sechs Schritten.

Die sechs Schritte im Überblick

  1. Idee und Weg: Zielgruppe, Positionierung und das passende Partnermodell.
  2. Rezeptur oder Basis: erprobte Basisrezeptur, eigene Rezeptur, auf Wunsch personalisiert.
  3. Sicherheit und Recht: verantwortliche Person, Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei, Meldung.
  4. Verpackung und Branding: Logo, Etikett, Pflichtangaben und Werbeaussagen.
  5. Produktion in Kleinserie: Testcharge, Herstellung nach ISO 22716, Abfüllung.
  6. Marktstart: Vertriebsweg, Team, Beratung und Nachbestellung.

Schritt 1: Idee, Zielgruppe und der passende Weg

Am Anfang steht nicht die Frage nach dem Wirkstoff, sondern nach dem Menschen, der dein Produkt benutzt. Drei Fragen helfen dir, scharf zu werden:

Bei Novogenia gibt es drei Wege. Du kannst die personalisierte Pflege BeautyMe weiterverkaufen – ohne Labor, ohne Produktion, ohne Startkosten. Du kannst eine erprobte Basisrezeptur als White Label unter deiner Marke herausbringen, der schnellste Weg zur eigenen Marke. Oder du entwickelst eine eigene Rezeptur; das dauert 3 bis 5 Monate. Die Wege im direkten Vergleich zeigt White Label, Private Label oder eigene Rezeptur?.

Willst du personalisierte Kosmetik anbieten, kläre schon jetzt die Datenfrage: Kommt die genetische Information aus einer neuen Speichelprobe, oder hast du bereits Genotyp-Daten deiner Kundinnen und Kunden? Genetische Daten gehören nach der DSGVO zu den besonders geschützten Daten – mehr in Genetische Daten und DSGVO. Wer Genanalysen in der Schweiz anbieten will, prüft vorab, wer sie dort veranlassen darf (Wer darf Gentests anbieten?).

Schritt 2: Rezeptur oder erprobte Basis

Novogenia stellt drei Produkte her: ein Tagesserum, ein Nachtserum und eine Körperlotion. Das ist bewusst schlank – drei Produkte, die zusammen eine Pflegeroutine ergeben: morgens, abends und für den Körper. Jeder Weg führt zu einem dieser drei Formate.

Mit White Label baust du auf einer erprobten Basisrezeptur auf, die unter deiner Marke abgefüllt wird. Rezeptur und Herstellung sind schon eingespielt; du konzentrierst dich auf Marke, Auftritt und Vertrieb.

Mit einer eigenen Rezeptur bringst du die Idee oder deine Wirkstoffwünsche mit, und wir setzen sie galenisch und regulatorisch sauber um. Galenik ist die Kunst, aus Wirkstoffen ein Produkt zu machen, das stabil bleibt und sich gut auftragen lässt. Das ist wie beim Backen: Dieselben Zutaten ergeben je nach Rezept einen luftigen Kuchen oder einen Ziegelstein. Die Entwicklung dauert 3 bis 5 Monate.

Personalisiert wird über die Gene. Das Ergebnis der Genanalyse verändert, welche Inhaltsstoffe in die Rezeptur kommen und wie hoch sie dosiert sind. Die Analyse liest Gene zu Pflegethemen wie Kollagenabbau und -bildung, UV-Schutz der Haut, Feuchtigkeit, oxidativem Stress, Coenzym Q10, Selen und Entzündungsneigung. Grundlage ist eine Speichelprobe oder Genotyp-Daten, die ein Partner bereits hat. Wie das im Detail funktioniert, erklärt Personalisierte Kosmetik.

Bevor es in Serie geht, kannst du auf Wunsch eine kleine Testcharge bekommen. Damit prüfst du Textur, Duft und Aussehen dort, wo das Produkt später verkauft wird.

Schritt 3: Sicherheit und Recht

Alles beginnt mit dem Zweck. Ein kosmetisches Mittel dient laut Art. 2 der Kosmetikverordnung dazu, Haut, Haare oder Zähne zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, in gutem Zustand zu halten oder Körpergeruch zu beeinflussen. Heilen oder behandeln gehört nicht dazu. Dieser Rahmen prägt alles, von der Rezeptur bis zum Etikett. Vier Pflichten stehen im Mittelpunkt:

In der Schweiz gilt die Verordnung des EDI über kosmetische Mittel (VKos). Auch dort braucht jedes kosmetische Mittel eine Produktinformationsdatei mit einem Sicherheitsbericht, den eine qualifizierte Fachperson erstellt, und die gute Herstellungspraxis entspricht ISO 22716 (BLV). Die EU-Meldung über das CPNP betrifft den EU-Markt; wer in die Schweiz liefert, richtet sich nach den Pflichten der VKos.

Was die verantwortliche Person im Einzelnen leistet, beschreibt Verantwortliche Person, Sicherheitsbewertung, Meldung.

Schritt 4: Verpackung, Etikett und Werbeaussagen

Jetzt bekommt dein Produkt sein Gesicht: Logo, Etikett und Verpackung entstehen in deinem Design. Bei White Label tritt Novogenia nach außen nicht als Marke auf – deine Kundinnen und Kunden sehen deine Marke.

Plane die Pflichtangaben früh ein, denn auf einem kleinen Fläschchen ist der Platz knapp. Nach Art. 19 der Kosmetikverordnung gehören auf Behälter und Verpackung unter anderem:

Genauso wichtig sind die Werbeaussagen. Ein Produkt darf keine Eigenschaften versprechen, die es nicht hat (Art. 20). Die Verordnung (EU) Nr. 655/2013 nennt sechs Kriterien: Rechtskonformität, Wahrheitstreue, Belegbarkeit, Redlichkeit, Lauterkeit und fundierte Entscheidung. Formulierungen wie „pflegt“ oder „unterstützt die Feuchtigkeit der Haut“ passen zu einem kosmetischen Mittel; „heilt“ oder „behandelt“ nicht. Die Details stehen in Kennzeichnung von Kosmetik und Werbung mit Kosmetik.

Schritt 5: Produktion in Kleinserie

Novogenia produziert Kosmetik ab Kleinserie. Du startest klein, lernst deine Kundschaft kennen und wächst mit ihr – von der ersten Testcharge bis zur Großproduktion. Wie du Mengen und Zeitplan klug planst, zeigt Kleinserie, Mengen und Zeitplan.

Hergestellt wird auf eigenen Linien in Eugendorf, nach ISO 22716, der Norm für gute Herstellungspraxis bei Kosmetik. Wer nach dieser harmonisierten Norm arbeitet, erfüllt nach Art. 8 der Kosmetikverordnung die Anforderungen an die Herstellung. Dazu kommen geprüfte Rohstoffe und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit: Über die Chargennummer lässt sich jedes Fläschchen seiner Produktion zuordnen. Bei personalisierter Pflege wird nach der Analyse für die jeweilige Person formuliert und abgefüllt. Mehr dazu in Qualität nach ISO 22716.

Schritt 6: Marktstart und Vertrieb

Wie dein Produkt zur Kundin kommt, hängt vom Vertriebsweg ab. Zwei Modelle haben sich bewährt:

Spas und Wellnesshotels bieten die Pflege oft zum Mitnehmen oder im Abo nach dem Aufenthalt an. Für dein Team gibt es die kostenlose NOVO Academy mit einer Schulung zur Genetik der Haut. Welche Kanäle zu dir passen, beschreibt Kosmetik verkaufen: Studio, Spa, Apotheke, Online.

Checkliste: Kosmetik herstellen lassen

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, Kosmetik herstellen zu lassen?
Das hängt vom Weg ab. Die Entwicklung einer eigenen Rezeptur dauert bei Novogenia 3 bis 5 Monate. Mit White Label geht es schneller, weil die Basisrezeptur bereits erprobt ist. Die genaue Lieferzeit steht im Angebot, zusammen mit den Mengenstaffeln.
Brauche ich ein eigenes Labor oder eine eigene Produktion?
Nein. Rezeptur, Herstellung und Abfüllung übernimmt Novogenia in Eugendorf bei Salzburg; die Genanalyse läuft im eigenen Labor im selben Gebäude. Wer BeautyMe weiterverkauft, hat außerdem keine Startkosten.
Was ist die verantwortliche Person?
Die verantwortliche Person sorgt dafür, dass ein kosmetisches Mittel die Vorgaben der EU-Kosmetikverordnung erfüllt – von der Sicherheitsbewertung über die Produktinformationsdatei bis zur Meldung. Ohne sie darf kein Produkt auf den EU-Markt. Bei Novogenia übernehmen wir diese Rolle.
Welche Produkte kann ich herstellen lassen?
Ein Tagesserum, ein Nachtserum und eine Körperlotion. Auch eine eigene Rezeptur entsteht in einem dieser drei Formate.
Kann ich das Produkt vor der ersten Produktion testen?
Ja. Auf Wunsch stellen wir eine kleine Testcharge her. Damit prüfst du Textur, Duft und Aussehen – zum Beispiel gemeinsam mit deinem Team oder direkt in deinem Studio.

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