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Nahrungsergänzungsmittel herstellen lassen: der Ablauf in 7 Schritten
Ein eigenes Nahrungsergänzungsmittel entsteht in sieben Schritten: Konzept, Briefing an den Lohnhersteller, Rezepturentwicklung, rechtliche Prüfung und Kennzeichnung, Verpackung und Design, Meldung bei der Behörde sowie Produktion und Auslieferung. Wie lange das dauert, hängt vor allem von der Rezeptur ab – bei Novogenia dauert allein die Entwicklung zwischen einer Woche und drei Monaten.
Die 7 Schritte im Überblick
| Schritt | Ergebnis | Wer macht was |
|---|---|---|
| 1. Konzept | Zielgruppe, Nutzen, Preisrahmen, Vertriebsweg | du |
| 2. Briefing | Anfrage mit allen Eckdaten | du, mit Rückfragen des Herstellers |
| 3. Rezeptur | Freigegebene Rezeptur, ggf. Muster | Hersteller und du gemeinsam |
| 4. Recht & Kennzeichnung | Zulässige Rezeptur, Etikett, Werbeaussagen | Hersteller unterstützt, Verantwortung liegt bei deiner Marke |
| 5. Verpackung & Design | Verpackungsformat, Druckdaten | du (Design), Hersteller (Format, Machbarkeit) |
| 6. Meldung | Produkt bei der Behörde gemeldet | deine Marke – oft übernimmt oder begleitet es der Hersteller |
| 7. Produktion & Auslieferung | Geprüfte, verpackte Ware | Hersteller |
Schritt 1: Konzept, Zielgruppe und Positionierung
Am Anfang steht nicht die Rezeptur, sondern die Frage: Für wen ist das Produkt – und warum soll diese Person es kaufen? Ein Nahrungsergänzungsmittel für Ausdauersportler braucht eine andere Rezeptur, Ansprache und Verpackung als eines für Schwangere oder für Menschen über 60.
Kläre in dieser Phase:
- Zielgruppe: Wer kauft, wer nutzt das Produkt? Was ist dieser Person wichtig?
- Nutzen: Welches Bedürfnis deckt das Produkt ab – und wie unterscheidet es sich von dem, was es schon gibt?
- Standard oder personalisiert: Bekommen alle dieselbe Rezeptur, oder jede Person ihre eigene, etwa auf Basis von Gen- oder Blutwerten?
- Preisrahmen: Was darf das Produkt im Verkauf kosten? Daraus ergibt sich, was die Herstellung kosten darf.
- Vertriebsweg: Eigener Online-Shop, Marktplätze, Praxis, Apotheke oder Direktvertrieb? Das beeinflusst Verpackung, Packungsgröße und Menge.
Schritt 2: Das Briefing an den Lohnhersteller
Ein gutes Briefing spart Wochen. Je klarer deine Anfrage, desto schneller bekommst du eine belastbare Einschätzung zu Machbarkeit, Zeitplan und Kosten. Diese Punkte gehören hinein:
| Punkt | Beispiel |
|---|---|
| Zielgruppe und gewünschte Wirkung | Berufstätige mit hohem Stresslevel; Ziel: Energie und Nervensystem unterstützen |
| Wunschnährstoffe und Dosierungen | Magnesium, B-Vitamine – oder: „bitte Vorschlag“ |
| Darreichungsform | Mikrotransporter, Kapsel, Pulver – oder offen |
| Packungsgröße | 30 oder 90 Tagesportionen |
| Geplante Menge | Kleiner Start, später mehr |
| Zielmärkte | Österreich und Deutschland |
| Zeitplan | Marktstart im Frühjahr |
| Marke und Verpackung | Eigenes Design vorhanden oder gewünscht |
Du weißt noch nicht alles? Kein Problem – ein erfahrener Hersteller hilft dir, die offenen Punkte zu klären. Wichtig ist, dass Zielgruppe und Ziel klar sind.
Schritt 3: Die Rezeptur entwickeln
Jetzt wird aus der Idee ein Produkt. Gemeinsam mit dem Hersteller legst du fest, welche Nährstoffe in welcher Menge enthalten sind. Dabei geht es um mehr als eine Liste:
- Dosierung: Für Vitamine und Mineralstoffe gibt es Untergrenzen, damit ein Produkt eine sinnvolle Menge enthält, und Obergrenzen zur Sicherheit. Mehr dazu in unserem Beitrag über Dosierungsgrenzen für Mikronährstoffe.
- Wechselwirkungen: Manche Nährstoffe behindern sich gegenseitig bei der Aufnahme, andere ergänzen sich. Das beeinflusst, was zusammen in eine Tagesportion passt – und wie es freigesetzt werden sollte.
- Freisetzung: Soll ein Nährstoff sofort oder über mehrere Stunden verteilt freigesetzt werden? Mit Retard-Technologien lässt sich das steuern.
- Machbarkeit: Nicht jeder Rohstoff passt in jede Darreichungsform. Flüssigkeiten etwa brauchen andere Formen als Pulver.
Am Ende dieser Phase steht eine freigegebene Rezeptur – idealerweise mit einem Muster, an dem du Optik und Handhabung prüfen kannst.
Schritt 4: Rechtliche Prüfung und Kennzeichnung
Nahrungsergänzungsmittel sind in der EU Lebensmittel und unterliegen eigenen Regeln. Vor der Produktion sollte geprüft sein:
- Zutaten: Sind alle Stoffe und Verbindungen in deinen Zielmärkten zugelassen?
- Mengen: Liegen die Dosierungen innerhalb der erlaubten oder empfohlenen Grenzen?
- Etikett: Nach der EU-Richtlinie für Nahrungsergänzungsmittel gehören unter anderem die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“, die Namen der Nährstoffkategorien, die empfohlene tägliche Verzehrmenge, ein Warnhinweis, diese Menge nicht zu überschreiten, der Hinweis, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten, sowie der Hinweis, das Produkt außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren, auf die Verpackung.
- Werbeaussagen: Gesundheitsbezogene Aussagen sind nur erlaubt, wenn sie in der EU ausdrücklich zugelassen sind (sogenannte Health Claims).
Ein erfahrener Lohnhersteller prüft deine Rezeptur und dein Etikett mit. Die Verantwortung für das, was auf der Packung steht, trägt aber das Unternehmen, unter dessen Namen das Produkt verkauft wird.
Schritt 5: Verpackung und Design
Die Verpackung entscheidet über den ersten Eindruck – und über Kosten und Lieferzeit. Typische Optionen:
- Tagesportionen im Stick: Jede Tagesdosis einzeln verpackt – praktisch für unterwegs und für Kombinationen mehrerer Nährstoffe.
- Voll gebrandete Box: Dein Logo, deine Farben, dein Text – der stärkste Markenauftritt, aber mit Vorlaufzeit für den Druck.
- Neutrale Box mit Aufkleber: Günstiger und schneller, ideal für einen Pilot oder einen Markttest.
- Dose mit Messlöffel: Klassisch, wenn die Kundin die Portion selbst abmisst.
Plane die Druckdaten früh ein: Bedruckte Verpackungsmaterialien haben oft die längste Lieferzeit im ganzen Projekt.
Schritt 6: Meldung bei der Behörde
Viele EU-Länder verlangen eine Meldung: In Deutschland muss ein Nahrungsergänzungsmittel spätestens beim ersten Inverkehrbringen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden, in Österreich ist dagegen keine Meldung vorgesehen. Für die Meldung brauchst du in der Regel ein Muster des Etiketts. Welche Stelle in welchem Land zuständig ist und was genau verlangt wird, behandeln wir im Artikel Nahrungsergänzungsmittel anmelden.
Plane die Meldung so ein, dass sie vor dem geplanten Verkaufsstart erledigt ist.
Schritt 7: Produktion, Qualitätskontrolle und Auslieferung
Ist alles freigegeben, wird produziert. Ein guter Hersteller prüft dabei die eingehenden Rohstoffe, dokumentiert jede Charge und kontrolliert das fertige Produkt, bevor es das Haus verlässt. Kläre im Vorfeld:
- Wohin wird geliefert – an dein Lager, an einen Fulfillment-Dienstleister oder direkt an deine Kundinnen und Kunden?
- Welche Unterlagen bekommst du zu jeder Charge?
- Wie läuft eine Nachbestellung ab, und mit welchem Vorlauf?
Was beeinflusst die Dauer?
Die größten Zeitfaktoren sind fast immer dieselben:
- Rohstoffe: Sind alle Nährstoffe verfügbar und verarbeitungsfertig, geht die Entwicklung schnell. Neue Rohstoffe oder Verarbeitungsformen verlängern sie.
- Abstimmungsrunden: Jede Änderung an Rezeptur oder Design kostet Zeit. Ein vollständiges Briefing reduziert Schleifen.
- Verpackungsmaterial: Individuell bedruckte Verpackungen brauchen Vorlauf – eine neutrale Box mit Aufkleber verkürzt den Start.
- Meldung: Sie sollte rechtzeitig vor dem Verkaufsstart erledigt sein.
Klein starten, dann wachsen
Du musst nicht mit einer riesigen Menge einsteigen. Viele erfolgreiche Marken starten mit einer kleinen ersten Charge oder einem Pilot, prüfen die Nachfrage und skalieren dann. Frag deinen Hersteller deshalb nicht nur nach der Mindestmenge, sondern auch danach, wie schnell und in welchen Schritten du nachbestellen kannst.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, ein Nahrungsergänzungsmittel herstellen zu lassen?
Was muss in mein Briefing an den Lohnhersteller?
Muss ich mein Nahrungsergänzungsmittel anmelden?
Kann ich erst einmal klein testen?
Brauche ich ein Muster vor der Produktion?
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Du planst ein eigenes Nahrungsergänzungsmittel?
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Projekt anfragen →Preis sofort berechnen →Lohnherstellung bei NovogeniaHinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Rechtliche Vorgaben können sich ändern; Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Prüfe rechtliche Fragen zu deinem konkreten Produkt immer mit einer fachkundigen Stelle.
