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Ratgeber Lohnherstellung

Nahrungsergänzungsmittel herstellen lassen: der Ablauf in 7 Schritten

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 11. Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Min.

Kurz gesagt

Ein eigenes Nahrungsergänzungsmittel entsteht in sieben Schritten: Konzept, Briefing an den Lohnhersteller, Rezepturentwicklung, rechtliche Prüfung und Kennzeichnung, Verpackung und Design, Meldung bei der Behörde sowie Produktion und Auslieferung. Wie lange das dauert, hängt vor allem von der Rezeptur ab – bei Novogenia dauert allein die Entwicklung zwischen einer Woche und drei Monaten.

Die 7 Schritte im Überblick

SchrittErgebnisWer macht was
1. KonzeptZielgruppe, Nutzen, Preisrahmen, Vertriebswegdu
2. BriefingAnfrage mit allen Eckdatendu, mit Rückfragen des Herstellers
3. RezepturFreigegebene Rezeptur, ggf. MusterHersteller und du gemeinsam
4. Recht & KennzeichnungZulässige Rezeptur, Etikett, WerbeaussagenHersteller unterstützt, Verantwortung liegt bei deiner Marke
5. Verpackung & DesignVerpackungsformat, Druckdatendu (Design), Hersteller (Format, Machbarkeit)
6. MeldungProdukt bei der Behörde gemeldetdeine Marke – oft übernimmt oder begleitet es der Hersteller
7. Produktion & AuslieferungGeprüfte, verpackte WareHersteller

Schritt 1: Konzept, Zielgruppe und Positionierung

Am Anfang steht nicht die Rezeptur, sondern die Frage: Für wen ist das Produkt – und warum soll diese Person es kaufen? Ein Nahrungsergänzungsmittel für Ausdauersportler braucht eine andere Rezeptur, Ansprache und Verpackung als eines für Schwangere oder für Menschen über 60.

Kläre in dieser Phase:

Schritt 2: Das Briefing an den Lohnhersteller

Ein gutes Briefing spart Wochen. Je klarer deine Anfrage, desto schneller bekommst du eine belastbare Einschätzung zu Machbarkeit, Zeitplan und Kosten. Diese Punkte gehören hinein:

PunktBeispiel
Zielgruppe und gewünschte WirkungBerufstätige mit hohem Stresslevel; Ziel: Energie und Nervensystem unterstützen
Wunschnährstoffe und DosierungenMagnesium, B-Vitamine – oder: „bitte Vorschlag“
DarreichungsformMikrotransporter, Kapsel, Pulver – oder offen
Packungsgröße30 oder 90 Tagesportionen
Geplante MengeKleiner Start, später mehr
ZielmärkteÖsterreich und Deutschland
ZeitplanMarktstart im Frühjahr
Marke und VerpackungEigenes Design vorhanden oder gewünscht

Du weißt noch nicht alles? Kein Problem – ein erfahrener Hersteller hilft dir, die offenen Punkte zu klären. Wichtig ist, dass Zielgruppe und Ziel klar sind.

Schritt 3: Die Rezeptur entwickeln

Jetzt wird aus der Idee ein Produkt. Gemeinsam mit dem Hersteller legst du fest, welche Nährstoffe in welcher Menge enthalten sind. Dabei geht es um mehr als eine Liste:

Am Ende dieser Phase steht eine freigegebene Rezeptur – idealerweise mit einem Muster, an dem du Optik und Handhabung prüfen kannst.

Schritt 4: Rechtliche Prüfung und Kennzeichnung

Nahrungsergänzungsmittel sind in der EU Lebensmittel und unterliegen eigenen Regeln. Vor der Produktion sollte geprüft sein:

Ein erfahrener Lohnhersteller prüft deine Rezeptur und dein Etikett mit. Die Verantwortung für das, was auf der Packung steht, trägt aber das Unternehmen, unter dessen Namen das Produkt verkauft wird.

Schritt 5: Verpackung und Design

Die Verpackung entscheidet über den ersten Eindruck – und über Kosten und Lieferzeit. Typische Optionen:

Plane die Druckdaten früh ein: Bedruckte Verpackungsmaterialien haben oft die längste Lieferzeit im ganzen Projekt.

Schritt 6: Meldung bei der Behörde

Viele EU-Länder verlangen eine Meldung: In Deutschland muss ein Nahrungsergänzungsmittel spätestens beim ersten Inverkehrbringen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden, in Österreich ist dagegen keine Meldung vorgesehen. Für die Meldung brauchst du in der Regel ein Muster des Etiketts. Welche Stelle in welchem Land zuständig ist und was genau verlangt wird, behandeln wir im Artikel Nahrungsergänzungsmittel anmelden.

Plane die Meldung so ein, dass sie vor dem geplanten Verkaufsstart erledigt ist.

Schritt 7: Produktion, Qualitätskontrolle und Auslieferung

Ist alles freigegeben, wird produziert. Ein guter Hersteller prüft dabei die eingehenden Rohstoffe, dokumentiert jede Charge und kontrolliert das fertige Produkt, bevor es das Haus verlässt. Kläre im Vorfeld:

Was beeinflusst die Dauer?

Die größten Zeitfaktoren sind fast immer dieselben:

Klein starten, dann wachsen

Du musst nicht mit einer riesigen Menge einsteigen. Viele erfolgreiche Marken starten mit einer kleinen ersten Charge oder einem Pilot, prüfen die Nachfrage und skalieren dann. Frag deinen Hersteller deshalb nicht nur nach der Mindestmenge, sondern auch danach, wie schnell und in welchen Schritten du nachbestellen kannst.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, ein Nahrungsergänzungsmittel herstellen zu lassen?
Die Entwicklung dauert bei Novogenia zwischen einer Woche und drei Monaten. Am schnellsten geht es mit Nährstoffen, die bereits als fertige Mikrotransporter auf Lager sind. Muss ein Nährstoff neu verkapselt werden, ist das ein eigenes Entwicklungsprojekt. Dazu kommen Zeit für Verpackung, Meldung und Produktion.
Was muss in mein Briefing an den Lohnhersteller?
Mindestens: Zielgruppe und gewünschte Wirkung, Wunschnährstoffe und Dosierungen (falls bekannt), Darreichungsform, Packungsgröße, geplante Menge, Zielmärkte, Zeitplan und deine Vorstellungen zu Marke und Verpackung. Je vollständiger das Briefing, desto genauer das erste Angebot.
Muss ich mein Nahrungsergänzungsmittel anmelden?
Das hängt vom Land ab: In Deutschland muss ein Nahrungsergänzungsmittel spätestens beim ersten Inverkehrbringen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden; in Österreich ist keine Meldung vorgesehen. Bei Novogenia übernehmen wir die Meldung in den meisten Fällen oder begleiten dich dabei.
Kann ich erst einmal klein testen?
Ja. Für einen schnellen, günstigen Start eignet sich eine weiße Box mit deinem Marken-Aufkleber statt einer voll bedruckten Verpackung. Bei Novogenia ist die Produktion schon ab einer einzigen Einheit möglich; personalisierte Produkte starten mit einem Pilot von typischerweise 200 bis 500 Kunden.
Brauche ich ein Muster vor der Produktion?
Ein Muster hilft, Geschmack, Optik und Handhabung zu prüfen, bevor die erste Charge produziert wird. Kläre mit deinem Hersteller früh, ob und in welcher Form Muster möglich sind und ob sie Zeit oder Kosten verursachen.

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