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Ratgeber Lohnherstellung

Darreichungsformen für Nahrungsergänzungsmittel im Vergleich: Kapsel, Tablette, Pulver, Pellets

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 11. Oktober 2026 · Lesezeit: 8 Min.

Kurz gesagt

Welche Darreichungsform zu deinem Nahrungsergänzungsmittel passt, hängt vor allem von drei Fragen ab: Wie viel Wirkstoff muss in eine Tagesportion, wie viele Nährstoffe kombinierst du, und wer nimmt das Produkt ein? Kapseln und Tabletten sind bewährte Allrounder, Pulver eignet sich für große Mengen, Gummis und Flüssigkeiten sind leicht einzunehmen, haben aber Grenzen bei Stabilität und Wirkstoffmenge. Pellets – viele kleine, einzeln umhüllte Kügelchen – erlauben es, Nährstoffe getrennt zu halten und ihre Freisetzung einzeln zu steuern.

Was ist eine Darreichungsform?

Die Darreichungsform beschreibt, in welcher Form ein Nährstoff bei deinen Kundinnen und Kunden ankommt: als Kapsel, Tablette, Pulver, Fruchtgummi, Flüssigkeit oder als viele kleine Pellets. Nach der EU-Richtlinie für Nahrungsergänzungsmittel werden diese Produkte in dosierter Form angeboten – also so, dass sich eine bestimmte Menge pro Portion genau einnehmen lässt.

Die Wahl ist keine Nebensache. Die Darreichungsform entscheidet mit darüber, wie viel Wirkstoff in eine Tagesportion passt, welche Nährstoffe du kombinieren kannst, wie stabil das Produkt bleibt, wie es schmeckt und ob deine Zielgruppe es gern einnimmt. Außerdem beeinflusst sie Entwicklungszeit und Herstellungskosten. Kläre die Frage deshalb früh – am besten schon im Briefing an deinen Lohnhersteller.

Die Darreichungsformen im Vergleich

Die Übersicht zeigt allgemeine Tendenzen. Im Einzelfall hängt viel von Rezeptur, Rohstoff und Hersteller ab.

KriteriumKapselTablettePulverGummisFlüssigkeitPellets
Dosierflexibilitätmittel – das Füllvolumen begrenzt die Menge je Kapselmittel – viel Wirkstoff auf kleinem Raum, aber die Größe ist begrenzthoch – große Mengen je Portion möglichgering – viel Trägermasse, wenig Platz für Wirkstoffhoch bei löslichen Stoffenhoch – jeder Nährstoff über die Menge seiner Pellets dosierbar
Kombinierbarkeitmittel – alle Stoffe gemischt in einer Hüllemittel – alle Stoffe in einem Presslingmittel – viel Platz, aber alles gemischtgeringgering – in Lösung reagieren Stoffe leichter miteinanderhoch – jeder Nährstoff in eigenen Pellets
Geschmackneutralmeist neutral, mit Überzugmuss gelöst werden, bittere Stoffe sind schwierigsehr beliebt, braucht Zucker oder Süßungsmittelkritisch, braucht Aromendie Hülle kann den Geschmack maskieren
Stabilitätgutsehr gutnach dem Öffnen empfindlich gegen Feuchtigkeitempfindlich gegen Wärme und Feuchtigkeitam empfindlichsten, oft konserviertgut – die Hülle schützt den Wirkstoff
Steuerbare Freisetzungbegrenzt, etwa mit magensaftresistenter Hüllemöglich, aber für die ganze Tablette gleichneinneinneinja, für jeden Nährstoff einzeln
Schluckengroße Kapseln sind unbeliebtgroße Tabletten sind schwer zu schluckenkein Schlucken, wird eingerührtkein Schlucken, wird gekauteinfachkeine große Einheit, sondern viele kleine Kügelchen
Kostentendenzmitteleher niedrig bei großen Mengeneher niedrig je Portioneher hocheher hochhöherer Herstellungsaufwand, dafür mehr Funktionen

Kapseln oder Tabletten: die Klassiker

Kapseln bestehen aus einer Hülle – klassisch aus Gelatine, für vegane Produkte aus pflanzlicher Cellulose – und einer Füllung, meist Pulver. Weil der Inhalt nicht gepresst werden muss, kommen Kapseln in der Regel mit wenigen Hilfsstoffen aus und sind vergleichsweise schnell entwickelt. Die Hülle macht sie geschmacksneutral. Die Grenze ist das Volumen: Braucht deine Rezeptur viel Wirkstoff, werden es mehrere Kapseln pro Tag oder sehr große Kapseln – beides mögen viele Kundinnen und Kunden nicht. Für Öle gibt es Weichkapseln, sogenannte Softgels.

Tabletten werden aus Pulver gepresst. Sie bringen mehr Wirkstoff auf kleinem Raum unter, sind sehr stabil und in großen Stückzahlen günstig herzustellen. Dafür braucht die Mischung Hilfsstoffe, damit sie sich pressen lässt und im Körper wieder zerfällt, und die Entwicklung ist aufwendiger. Mit einem Überzug lassen sich Geschmack abdecken und die Freisetzung beeinflussen – allerdings immer für die ganze Tablette mit allen Nährstoffen darin. Kau- und Brausetabletten ersparen das Schlucken, brauchen aber Aromen und Süßungsmittel.

Kurz gesagt: Kapseln, wenn du eine überschaubare Wirkstoffmenge schnell und mit wenigen Hilfsstoffen umsetzen willst. Tabletten, wenn du viel Wirkstoff kompakt und günstig in großen Stückzahlen brauchst.

Pulver, Gummis und Flüssigkeiten

Pellets: viele kleine Einheiten statt einer großen

Pellets – je nach Hersteller auch Mikropellets, Beads oder Mikrokapseln genannt – sind kleine Kügelchen, die jeweils einen Wirkstoff tragen. Eine Portion besteht aus vielen dieser Einheiten. Das klingt nach einem Detail, verändert aber die Möglichkeiten grundlegend:

Der Preis dafür ist ein höherer Herstellungsaufwand: Jeder Nährstoff muss zuerst als Pellet entwickelt und verkapselt werden. Das lohnt sich vor allem bei Rezepturen mit vielen Nährstoffen, bei gewünschter verzögerter Freisetzung und bei personalisierten Produkten. Mehr zur Technik findest du auf unserer Seite zur Pellet-Technologie.

Die richtige Form für deine Zielgruppe

Die beste Darreichungsform ist die, die deine Zielgruppe tatsächlich jeden Tag einnimmt. Diese Zuordnung hilft dir bei der ersten Einschätzung:

ZielgruppeWas zähltPassende Formen
Ältere Menschenleichtes Schlucken, wenige Einheiten pro TagPulver, Flüssigkeit, kleine Kapseln, Tagesportion im Stick
KinderGeschmack, kein SchluckenGummis, Pulver, Flüssigkeit – mit klarer Verzehrempfehlung
Sportlerinnen und Sportlergroße Mengen, Einnahme rund ums TrainingPulver für große Mengen, Kapseln oder Pellets für Mikronährstoffe
Berufstätige, viel unterwegseinfache Routine, kompaktKapseln, Tabletten, Tagesportion im Stick
Vegan lebende Menschenkeine tierischen Bestandteilepflanzliche Kapselhüllen, gelatinefreie Gummis, pflanzliche Pellets
Menschen mit individuellem Bedarfviele Nährstoffe, eigene Dosierung je PersonPellets

Die richtige Form für dein Konzept

Neben der Zielgruppe entscheidet dein Produktkonzept. Diese Fragen führen dich zur passenden Form:

  1. Wie viel Wirkstoff muss in eine Tagesportion? Bei großen Mengen brauchst du Pulver oder mehrere Einheiten pro Tag. Bei Mikronährstoffen im Milligramm- und Mikrogrammbereich hast du mehr Auswahl.
  2. Wie viele Nährstoffe kombinierst du? Je mehr Nährstoffe, desto eher beeinflussen sie sich in einer gemischten Form – und desto mehr spricht für getrennte Pellets.
  3. Soll die Freisetzung gesteuert werden? Wenn ein Nährstoff über Stunden verteilt oder erst nach dem Magen freigesetzt werden soll, brauchst du eine Retard-Technologie. Mehr dazu in Retard-Nahrungsergänzung.
  4. Standard oder personalisiert? Eine feste Rezeptur für alle lässt sich in jeder Form umsetzen. Eine eigene Rezeptur pro Person braucht eine Form, die sich frei kombinieren lässt – siehe Personalisierte Nahrungsergänzung herstellen.
  5. Wie positionierst du das Produkt? Ein Einstiegsprodukt für den Massenmarkt hat andere Kostenspielräume als ein Premiumprodukt, dessen Technologie Teil der Markengeschichte ist.

Warum Novogenia Mikrotransporter bevorzugt

Bei Novogenia setzen wir bevorzugt auf Mikrotransporter: pflanzliche Mikrokapseln ab 1,6 mm Durchmesser. Jeder Nährstoff wird einzeln verkapselt, und für jeden lässt sich festlegen, wie er freigesetzt wird – schnell oder verzögert über viele Stunden. Daraus ergeben sich die vier Vorteile, für die wir diese Form wählen:

Auf Wunsch bekommen die Mikrotransporter zusätzlich eine magensaftresistente Hülle. Wie schnelle und verzögerte Mikrotransporter ihre Nährstoffe im Labormodell abgeben, zeigt unsere Freisetzungsstudie.

Mikrotransporter sind bei uns die bevorzugte, aber nicht die einzige Form: Andere Darreichungsformen können wir auf Anfrage ebenfalls produzieren. Welche Form zu deinem Produkt passt, klären wir gemeinsam im Erstgespräch.

Praxistipps für deine Entscheidung

Häufige Fragen

Was ist besser für Nahrungsergänzung: Kapseln oder Tabletten?
Keine der beiden Formen ist grundsätzlich besser. Kapseln kommen meist mit weniger Hilfsstoffen aus, sind geschmacksneutral und schneller entwickelt. Tabletten bringen mehr Wirkstoff auf kleinem Raum unter und sind sehr stabil, brauchen aber Hilfsstoffe zum Pressen und sind in großen Formaten schwer zu schlucken. Entscheidend sind deine Rezeptur und deine Zielgruppe.
Was sind Pellets bei Nahrungsergänzungsmitteln?
Pellets sind viele kleine Kügelchen, die jeweils einen Wirkstoff tragen und mit einer Hülle versehen werden können. Weil jeder Nährstoff in eigenen Pellets steckt, lassen sich Nährstoffe getrennt halten, unterschiedlich schnell freisetzen und frei kombinieren. Novogenia nennt seine pflanzlichen Pellets Mikrotransporter.
Welche Darreichungsform ist am günstigsten?
Als Faustregel sind einfache Tabletten und Pulver in großen Mengen je Portion am günstigsten, Gummis und Flüssigkeiten eher teurer. Den Preis bestimmen aber vor allem Rezeptur, Verpackung und Bestellmenge – je größer die Menge, desto günstiger die einzelne Box. Vergleiche deshalb immer komplette Angebote, nicht nur die Darreichungsform.
Kann ich Nährstoffe kombinieren, die sich gegenseitig stören?
In einer Tablette, einer Kapsel oder einem Pulver liegen alle Stoffe gemischt vor und werden gleichzeitig freigesetzt. Mit Pellets lässt sich das lösen: Jeder Nährstoff steckt in eigenen Kügelchen, sodass konkurrierende Nährstoffe zu unterschiedlichen Zeiten und zusammenpassende Nährstoffe gemeinsam freigesetzt werden können.
Produziert Novogenia nur Mikrotransporter?
Nein. Wir bevorzugen Mikrotransporter, weil sie Freisetzung, Trennung und Geschmack steuerbar machen und sich frei kombinieren lassen. Andere Darreichungsformen können wir auf Anfrage ebenfalls produzieren. Schick uns dein Konzept, dann prüfen wir gemeinsam, welche Form technisch und wirtschaftlich zu deinem Produkt passt.

Passend dazu: Pellet-Technologie bei Novogenia · Wie Mikrotransporter Nährstoffe abgeben · Retard-Nahrungsergänzung

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