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Ratgeber Lohnherstellung

Rohstoffe für Nahrungsergänzungsmittel: Was sich verarbeiten lässt – und was nicht

Fachlich geprüft von Dr. Daniel Wallerstorfer, Molekularbiologe und Gründer von Novogenia · Stand: 11. Oktober 2026 · Lesezeit: 8 Min.

Kurz gesagt

Ob ein Rohstoff in dein Nahrungsergänzungsmittel passt, hängt vor allem von seiner Form ab: Bei Novogenia lässt sich in der Regel jeder Nährstoff, der als Pulver verfügbar ist, als Mikrotransporter verkapseln. 22 Nährstoffe liegen bereits fertig auf Lager und brauchen keine Entwicklungszeit; jeder neue Nährstoff ist ein eigenes Entwicklungsprojekt. Nicht angeboten werden flüssige Rohstoffe (Ausnahme: Omega-3 als veganes Softgel), allergenhaltige Zutaten, Enzyme und Probiotika. Jede Rohstoffcharge wird geprüft.

Warum der Rohstoff über dein Produkt entscheidet

Wer ein Nahrungsergänzungsmittel plant, denkt zuerst an Nährstoffe: Magnesium, Vitamin D3, Omega-3. Für den Hersteller ist die entscheidende Frage aber eine andere: In welcher Form liegt der Rohstoff vor – und passt diese Form zur Technologie, mit der produziert wird? Davon hängt ab, ob ein Inhaltsstoff überhaupt in dein Produkt kann, wie lange die Entwicklung dauert und wie die Tagesportion am Ende aussieht.

Vor allem diese Punkte bestimmen, ob sich ein Rohstoff verarbeiten lässt:

Pulver oder Flüssigkeit: der wichtigste Unterschied

Die meisten Vitamine, Mineralstoffe und viele weitere Inhaltsstoffe sind als Pulver erhältlich. Pulver lassen sich genau dosieren, mischen und verkapseln – sie sind die Grundlage fast aller festen Darreichungsformen.

Bei Novogenia gilt: Jeder Nährstoff, der als Pulver verfügbar ist, lässt sich in der Regel als Mikrotransporter verkapseln. Mikrotransporter sind pflanzliche Mikrokapseln, bei denen für jeden Nährstoff einzeln festgelegt wird, ob er schnell oder über viele Stunden verteilt freigesetzt wird. Wie das funktioniert, zeigt unser Beitrag zur Freisetzung aus Mikrotransportern.

Flüssige Rohstoffe wie Öle oder Flüssigextrakte brauchen andere Darreichungsformen. Novogenia verarbeitet keine flüssigen Rohstoffe – mit einer Ausnahme: Omega-3-Fettsäuren, geliefert als veganes Softgel mit 350 mg. Pro Tagesportion sind maximal 4 Softgels möglich.

Tipp: Wird dein Wunschstoff nur flüssig angeboten, frag nach, ob es ihn auch als Pulver gibt. Viele pflanzliche Stoffe sind zum Beispiel sowohl als Flüssigextrakt als auch als Trockenextrakt am Markt.

„Auf Lager“ oder Entwicklungsprojekt: was das für deinen Zeitplan heißt

Ob ein Nährstoff schon auf Lager ist oder erst entwickelt werden muss, ist einer der größten Zeitfaktoren in deinem Projekt:

SituationWas passiertFolge für den Zeitplan
Nährstoff auf LagerDer Nährstoff liegt bereits verarbeitungsfertig vor und kann direkt in deine Rezeptur.Keine Entwicklungszeit für diesen Nährstoff
Neuer NährstoffDer Rohstoff wird beschafft, geprüft und als neuer Mikrotransporter entwickelt.Eigenes Entwicklungsprojekt, mehr Vorlauf
Deine RezepturNährstoffe, Mengen, Kombinationen und Freisetzung werden für dein Produkt festgelegt.Bei Novogenia immer ein Entwicklungsprojekt: eine Woche bis drei Monate

Wichtig: Auch wenn alle Nährstoffe auf Lager sind, gibt es bei Novogenia keine fertigen Produkte „von der Stange“. Jede Rezeptur wird als eigenes Projekt entwickelt. Der Unterschied liegt darin, wie viel Entwicklung nötig ist: Rezepturen aus Lager-Nährstoffen gehen deutlich schneller, jeder neue Nährstoff verlängert den Weg.

Tipp fürs Briefing: Schreib deine Wunschnährstoffe mit der gewünschten Menge und, falls bekannt, der gewünschten Verbindung auf und frag gleich zu Beginn, welche davon sofort verfügbar sind. Notiere auch, was dein Produkt auf keinen Fall enthalten soll, etwa tierische Bestandteile. So weißt du früh, ob deine Rezeptur mit vorhandenen Rohstoffen auskommt oder ob du für einen bestimmten Nährstoff mehr Zeit einplanen musst – und kannst entscheiden, ob er dir diese Zeit wert ist.

Die 22 Nährstoffe, die bei Novogenia auf Lager sind

Diese Nährstoffe sind sofort verfügbar – alle als fertige Mikrotransporter, Omega-3 als veganes Softgel:

NährstoffEinordnung
Vitamine
Vitamin Afettlösliches Vitamin
Vitamin B2wasserlösliches Vitamin (Riboflavin)
Vitamin B6wasserlösliches Vitamin
Vitamin B12wasserlösliches Vitamin
Vitamin Cwasserlösliches Vitamin
Vitamin D3fettlösliches Vitamin
Vitamin Efettlösliches Vitamin
MethylfolatFolat in methylierter Form
Folsäuresynthetische Form des Folats
Mineralstoffe und Spurenelemente
CalciumMineralstoff
MagnesiumMineralstoff
EisenSpurenelement
KupferSpurenelement
ManganSpurenelement
SelenSpurenelement
ZinkSpurenelement
Spezielle Wirkstoffe
Omega-3-Fettsäurenveganes Softgel mit 350 mg, maximal 4 pro Tagesportion
Coenzym Q10fettlösliche, vitaminähnliche Verbindung
Alpha-Liponsäureschwefelhaltige Fettsäure
MSM (Methylsulfonylmethan)organische Schwefelverbindung
LuteinCarotinoid
Phytosterinepflanzliche Sterine

Wie viel von einem Nährstoff in eine Tagesportion gehört, ist eine Frage der Rezeptur. Wie Novogenia Mindest- und Höchstmengen auf Basis der EU-Referenzwerte und der Sicherheitsbewertungen der EFSA festlegt, zeigt der Beitrag Dosierungsgrenzen für Mikronährstoffe.

Steht dein Wunschnährstoff nicht in der Liste, ist das kein Ausschluss: Liegt er als Pulver vor, kann er in der Regel als neuer Mikrotransporter entwickelt werden – mit entsprechend mehr Vorlauf.

Was Novogenia nicht verarbeitet – und warum

Kein Hersteller kann alles, und ein guter sagt dir das von sich aus. Diese Rohstoffe sind bei Novogenia ausgeschlossen:

RohstoffStatusHintergrund
Flüssige Rohstoffenicht angebotenDie Verkapselung als Mikrotransporter setzt einen pulverförmigen Rohstoff voraus.
Omega-3-Fettsäureneinzige Ausnahmeals veganes Softgel mit 350 mg, maximal 4 Softgels pro Tagesportion
Allergenhaltige Zutatennicht angebotenWo keine Allergene verarbeitet werden, können sie auch nicht von einer Rezeptur in eine andere gelangen.
Enzymenicht angebotenEnzyme sind biologisch aktive Eiweiße mit eigenen Anforderungen an Verarbeitung und Stabilität.
Bakterien und Probiotikanicht angebotenDie Produktion ist strikt bakterienfrei.

Was heißt das für dich? Braucht dein Konzept zwingend Probiotika, Enzyme oder flüssige Inhaltsstoffe, brauchst du dafür einen Hersteller, der darauf spezialisiert ist. Oft lohnt sich aber die Frage, ob der Kern deines Produkts auch ohne diese Zutaten funktioniert – oder ob es den gewünschten Stoff auch als Pulver gibt.

Die chemische Form zählt

„Magnesium“ auf dem Etikett sagt wenig darüber, welcher Rohstoff tatsächlich verarbeitet wird. Viele Nährstoffe gibt es in mehreren Verbindungen – Magnesium zum Beispiel als Citrat oder als Oxid, Folat als Folsäure oder als Methylfolat. Die Formen unterscheiden sich im Anteil des eigentlichen Nährstoffs, in Löslichkeit, Geschmack und Preis.

Für deine Rezeptur heißt das: Dieselbe Nährstoffmenge kann je nach Verbindung unterschiedlich viel Rohstoff erfordern – und damit mehr oder weniger Platz in der Tagesportion. Frag deinen Hersteller deshalb immer, welche Verbindung er einsetzen will und warum. Und achte darauf, dass die Form in deinen Zielmärkten für Nahrungsergänzungsmittel zulässig ist.

Rohstoffprüfung: Vertrauen ist gut, Prüfung ist Pflicht

Jeder Rohstoff kommt mit Angaben des Lieferanten, meist in Form eines Analysenzertifikats (englisch Certificate of Analysis, kurz CoA). Das ist ein guter Anfang, aber kein Ersatz für eine eigene Prüfung. Ein sorgfältiger Hersteller kontrolliert eingehende Rohstoffe, bevor sie in die Produktion gehen. Typische Prüfpunkte in der Branche sind:

Welche Prüfungen im Einzelnen nötig sind, hängt vom Rohstoff ab. Entscheidend ist, dass geprüft wird – und zwar jede Charge, nicht nur die erste Lieferung eines neuen Lieferanten. Bei Novogenia wird jede Rohstoffcharge geprüft.

Ebenso wichtig ist die Dokumentation: Für jede produzierte Charge sollte nachvollziehbar sein, welche Rohstoffchargen darin stecken. Diese Rückverfolgbarkeit gehört zum Kern von Managementsystemen für Lebensmittelsicherheit wie ISO 22000. Sie ist auch deine Absicherung, falls einmal eine Reklamation kommt oder ein Lieferant einen Rohstoff zurückruft.

Diese Fragen solltest du deinem Hersteller zu Rohstoffen stellen

Ob du mit einem Lohnhersteller sprichst oder mit einem Rohstofflieferanten: Mit diesen Fragen findest du heraus, wie ernst Qualität und Herkunft genommen werden.

Ein Hersteller, der diese Fragen konkret und ohne Zögern beantwortet, hat seine Rohstoffe im Griff. Weitere Kriterien für die Auswahl findest du in Den richtigen Lohnhersteller finden; wie du klein und mit überschaubarem Risiko startest, erklärt Klein starten: Mindestmengen und Pilotphase.

Häufige Fragen

Welche Rohstoffe kann Novogenia für Nahrungsergänzungsmittel verarbeiten?
In der Regel jeden Nährstoff, der als Pulver verfügbar ist – er wird als Mikrotransporter verkapselt. 22 Nährstoffe liegen bereits fertig auf Lager, darunter Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und Lutein.
Was passiert, wenn mein Wunschnährstoff nicht auf Lager ist?
Liegt er als Pulver vor, kann er in der Regel als neuer Mikrotransporter entwickelt werden. Das ist ein eigenes Entwicklungsprojekt und braucht mehr Vorlauf. Die Entwicklung einer Rezeptur dauert bei Novogenia insgesamt eine Woche bis drei Monate.
Kann ich Probiotika oder Enzyme in mein Produkt aufnehmen?
Bei Novogenia nicht: Die Produktion ist strikt bakterienfrei, Probiotika und andere Bakterien sind deshalb ausgeschlossen, ebenso Enzyme. Braucht dein Konzept diese Zutaten zwingend, brauchst du dafür einen Hersteller, der darauf spezialisiert ist.
Bietet Novogenia Omega-3 an?
Ja, als einzige Ausnahme bei den flüssigen Rohstoffen: Omega-3-Fettsäuren gibt es als veganes Softgel mit 350 mg. Pro Tagesportion sind maximal 4 Softgels möglich.
Woran erkenne ich eine gute Rohstoffqualität?
Frag, ob jede Rohstoffcharge geprüft wird, ob es schriftliche Spezifikationen gibt, woher die Rohstoffe stammen und ob sich jede Produktcharge auf ihre Rohstoffchargen zurückverfolgen lässt. Ein guter Hersteller beantwortet das konkret – und sagt dir auch, was er nicht verarbeitet.

Passend dazu: Mikrotransporter- und Pellet-Technologie · Dosierungsgrenzen für Mikronährstoffe · Qualitätssicherung und Zertifizierungen

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