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Welche Angebote zu Mitarbeitenden passen: Analysen, Nahrungsergänzung und Begleitung
Am besten passt, was die Mitarbeitenden selbst brauchen – deshalb steht eine kurze, anonyme Umfrage am Anfang. Für den Betrieb eignen sich Lifestyle-Analysen zu Ernährung, Gewicht und Stoffwechsel, Stress und Erholung, Sport und Leistung sowie Haut. Das Thema Stress braucht besonderes Fingerspitzengefühl. Medizinische Analysen gehören in ärztliche Hände. In der Schweiz zählen Analysen zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und zum Risiko für Sportverletzungen zum medizinischen Bereich. Personalisierte Nahrungsergänzung ist ein optionaler, privater nächster Schritt; die Longevity-Linie ist für 2026 geplant und noch nicht verfügbar. Vorträge, Workshops und Einzelberatung machen aus dem Bericht einen Plan.
Erst fragen, dann anbieten
Welche Gesundheitsangebote wünschen sich Beschäftigte eigentlich? Forschende aus Rotterdam haben das in zwei Organisationen untersucht. 738 Mitarbeitende gaben an, welche Themen sie brauchen und wie sie ein Angebot am liebsten hätten: allein oder in der Gruppe, als einzelnes Treffen oder als Reihe, mit Aufgaben oder mit Informationen. Am häufigsten nannten sie Bewegung (55 Prozent). Die meisten wollten Angebote, die über den Arbeitgeber organisiert sind. Und es gab Hinweise darauf, dass Menschen eher teilnehmen, wenn das Angebot zu ihren Wünschen passt (Rongen et al., BMC Public Health 2014).
Für dich heißt das: Frag dein Team, bevor du ein Programm zusammenstellst. Eine kurze, anonyme Umfrage reicht. Welche Themen interessieren dich? Lieber Vortrag, Workshop oder Einzelgespräch? Frag dabei nach Interessen, nie nach Beschwerden oder Diagnosen. Wie du Umfragen wirklich anonym hältst, zeigt Nutzen und Wirkung messen.
Lifestyle-Analysen: fünf Themen aus dem Alltag
Den Kern eines Programms bilden Lifestyle-Analysen. Jeder Bericht ist wie ein Kapitel aus der Bedienungsanleitung des eigenen Körpers: Er zeigt, wo dein Körper anders arbeitet als der Durchschnitt – und was daraus für deinen Alltag folgt. In die Analyse kommt bei Novogenia nur ein Gen, das durch mindestens drei unabhängige Studien belegt ist. Über Partner anbietbar sind ausschließlich nicht-medizinische Analysen.
| Thema | Was die Analyse zeigt | Passt im Betrieb zu |
|---|---|---|
| Ernährung | wie der Körper Lebensmittel, Vitamine und Nährstoffe verarbeitet, etwa Koffein | Vorträgen und Workshops rund ums Essen, Aktionen in der Kantine |
| Gewicht und Stoffwechsel | die genetische Veranlagung für Gewicht und Stoffwechsel und welche Ernährungsstrategie dazu passt | Programmen rund um Gewicht und Ernährung |
| Stress und Erholung | wie Gene den Umgang mit Stresshormonen und die Erholung beeinflussen | Workshops zu Erholung, Schlaf und Pausen – mit besonderem Fingerspitzengefühl |
| Sport und Leistung | Kraft oder Ausdauer, Regeneration | Betriebssport, Firmenläufen und Bewegungsprogrammen |
| Haut | Hautalterung, Kollagen, UV-Schutz und Antioxidantien | Gesundheitstagen mit Schwerpunkt Pflege |
Für Programme rund um Gewicht gibt es einen Anhaltspunkt aus unserer eigenen Forschung: In einer internen Novogenia-Studie mit 302 Personen nahmen die Teilnehmenden mit genbasierter Ernährung rund 2,4-fach mehr ab als mit einer Standarddiät (Erklärung zur Vorgehensweise der Wissenschaft). Das ist eine interne Studie und keine Studie im Betrieb – aber sie zeigt, wie viel in einer Strategie stecken kann, die zum eigenen Körper passt.
Alle Berichte mit ihren Themen findest du auf der Seite Lifestyle-Analysen. Wer im Team viel Sport treibt oder abnehmen möchte, findet Vertiefung im Ratgeber Sport & Fitness und im Ratgeber Gewichtsmanagement.
Stress und Erholung: das sensibelste Thema
Stress ist im Betrieb das naheliegendste Thema – und das heikelste. Ob Druck dich schnell aus der Bahn wirft oder eher kalt lässt, hängt auch von deinen Genen ab. Ein Beispiel ist das COMT-Gen. Es bestimmt mit, wie schnell dein Gehirn Dopamin und Stresshormone wieder abbaut, die unter Druck ausgeschüttet werden. Arbeitet es langsam, bleiben diese Botenstoffe länger aktiv.
Gerade weil das Thema so persönlich ist, gelten im Betrieb drei Regeln:
- Keine Etiketten: Niemand wird in Stresstypen eingeteilt, und von Krankheitsrisiken ist im Programm keine Rede. Es geht um Stress und Erholung – und um das, was jede und jeder selbst tun kann.
- Nur für die Person: Ob jemand eine Analyse zu Stress gewählt hat und was sie zeigt, erfährt das Unternehmen nicht. Das ist hier besonders wichtig, weil solche Informationen leicht als Aussage über die Belastbarkeit missverstanden werden könnten.
- Immer mit Begleitung: Kombiniere das Thema mit Workshops zu Schlaf, Bewegung und Pausen und mit freiwilliger Einzelberatung durch externe Fachleute.
Und auch hier gilt: Gene sind kein Schicksal. Wer weiß, dass sein Körper Stresshormone langsamer abbaut, kann gezielt gegensteuern – mit genug Schlaf, Bewegung und klaren Pausen.
Medizinische Analysen: nur über die Ärztin oder den Arzt
Neben Lifestyle-Analysen gibt es medizinische Vorsorgeanalysen, etwa zur Herz-Kreislauf-Veranlagung und Cholesterinverarbeitung, zu Bluthochdruck und Salzempfindlichkeit, zu Thrombose und Gerinnungsfaktoren, zu Unverträglichkeiten wie Laktose, Zöliakie (Gluten) und Histamin oder zur Entgiftung. Diese Analysen gibt es nur über Ärztinnen und Ärzte (Health-Analyse).
Im Unternehmen sind sie nur möglich, wenn eine Betriebsärztin oder ein Betriebsarzt mit der Qualifikation, die das nationale Recht verlangt, sie verantwortet – als freiwilliges ärztliches Angebot, getrennt von der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Neben der untersuchten Person sieht nur die verantwortliche Ärztin oder der verantwortliche Arzt das Ergebnis. Was das für die ärztliche Rolle bedeutet, beschreibt Die Rolle der Betriebsärztin und des Betriebsarztes. Für die meisten Programme reichen Lifestyle-Analysen aus, um Ernährung, Bewegung und Erholung persönlich zu machen.
Schweiz: Wo Lifestyle endet und Medizin beginnt
In der Schweiz zieht das Recht die Grenze zwischen Lifestyle und Medizin genauer. Als Lifestyle-Analysen gelten dort Abklärungen physiologischer Eigenschaften, deren Kenntnis die Lebensweise beeinflussen kann – insbesondere Ernährungsverhalten, sportliche Aktivität und allgemeines Wohlbefinden (Art. 37 Abs. 1 GUMV). Ausdrücklich zum medizinischen Bereich zählen dagegen Untersuchungen, die unter anderem Auskunft geben über Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stoffwechselstörungen oder ein erhöhtes Risiko für Sportverletzungen (Art. 37 Abs. 2 GUMV).
Für ein Programm in der Schweiz heißt das:
- Themen sauber trennen: Fragen zu Unverträglichkeiten wie Laktose oder zum Verletzungsrisiko beim Sport sind dort medizinische Fragen und gehören nicht in ein Lifestyle-Programm.
- Fachperson an Bord: Lifestyle-Analysen veranlasst eine befugte Gesundheitsfachperson, etwa eine Ärztin, ein Apotheker oder eine Ernährungsberaterin FH. Die Speichelprobe wird in ihrem Beisein genommen (Art. 34 GUMG, Art. 40 GUMV).
Plane ein Schweizer Programm deshalb von Anfang an mit einer solchen Fachperson. Die rechtlichen Details für alle drei Länder stehen in Recht: Was Arbeitgeber dürfen – und was nicht.
Personalisierte Nahrungsergänzung: der private nächste Schritt
Wer nach dem Bericht einen Schritt weitergehen möchte, kann eine personalisierte Nahrungsergänzung wählen. Sie entsteht aus rund 50 Genen, einem Fragebogen und auf Wunsch aus Blutwerten; liegen Blutwerte vor, haben sie Vorrang. Jeder Nährstoff wird zwischen einem Drittel und dem Dreifachen der Referenzmenge dosiert und überschreitet nie die tolerierbare Höchstmenge, die die EFSA abgeleitet hat. Die Mischung kommt in Tagesbeuteln; eine Lieferung reicht für 90 Tage. Wie aus dem Genprofil eine Rezeptur wird, erklärt Vom Genprofil zur personalisierten Nahrungsergänzung.
Im Betrieb bleibt dieser Schritt privat. Eine Rezeptur verrät, was in den Genen steht. Unsere Empfehlung deshalb: Rezeptur, Bericht und Lieferung gehen direkt an die Person – auch dann, wenn sich das Unternehmen an den Kosten beteiligt. Plane das von Anfang an so ein.
Longevity: geplant, noch nicht verfügbar
Und was ist mit Longevity, also Angeboten rund um gesundes Älterwerden? Die Longevity-Linie von Novogenia ist für 2026 geplant; Rezepturen, Mengen und Verfügbarkeit können sich bis zur Markteinführung noch ändern. Plane sie deshalb als spätere Erweiterung eines Programms, das heute schon funktioniert – nicht als dessen Fundament.
Was schon heute geht: die Grundlagen Bewegung, Schlaf und Ernährung, die der Longevity-Ratgeber in Lebensstil zuerst beschreibt. Wie ein Programm mit Genanalysen im Unternehmen rechtlich sauber aufgebaut ist, zeigt dort der Artikel Betriebliche Gesundheitsförderung mit Genanalysen.
Formate: vom Vortrag bis zur Einzelberatung
Die Analyse ist ein Baustein. Ihre Wirkung entfaltet sie in einem passenden Rahmen:
| Format | Wofür es sich eignet | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Vortrag „Ernährung und Gene“ | Einstieg für alle, weckt Neugier | ohne persönliche Daten; auch für alle, die keine Analyse machen wollen |
| Workshops zu Bewegung, Schlaf und Ernährung | aus Wissen wird Übung | Schlaf ist ein Lebensstil-Thema; eine genetische Schlafanalyse bietet Novogenia nicht an |
| Freiwillige Einzelberatung | den eigenen Bericht in einen Plan übersetzen | durch externe Fachleute; der Bericht bleibt bei der Person |
| Personalisierte Nahrungsergänzung | optionaler nächster Schritt | privat, Lieferung direkt an die Person |
Zwei praktische Punkte zum Schluss. Die Berichte gibt es in bis zu 18 Sprachen – gut für internationale Teams. Und plane das Angebot für volljährige Mitarbeitende: Für Minderjährige, etwa Lehrlinge oder Auszubildende, führt Novogenia ausschließlich nicht-medizinische Analysen durch und nur mit schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
Checkliste: passt das Angebot zu deinem Team?
- Die Interessen des Teams sind über eine anonyme Umfrage erfragt – ohne Fragen zu Beschwerden oder Diagnosen.
- Das Programm setzt auf Lifestyle-Analysen; medizinische Analysen laufen nur ärztlich und getrennt von der arbeitsmedizinischen Vorsorge.
- Das Thema Stress ist mit Begleitung geplant, ohne Etiketten und ohne Einblick des Unternehmens.
- Für die Schweiz sind Unverträglichkeiten und Verletzungsrisiko ausgeklammert, und eine befugte Gesundheitsfachperson ist an Bord.
- Personalisierte Nahrungsergänzung ist optional und privat; Rezeptur, Bericht und Lieferung gehen direkt an die Person.
- Longevity-Produkte sind als spätere Erweiterung geplant, nicht als Grundlage.
- Vortrag, Workshops und Einzelberatung begleiten die Analyse.
- Das Angebot richtet sich an volljährige Mitarbeitende.
Häufige Fragen
Mit welcher Analyse sollte ein Programm starten?
Ist eine Analyse zu Stress im Betrieb sinnvoll?
Warum gehören Unverträglichkeiten in der Schweiz nicht in ein Lifestyle-Programm?
Muss das Unternehmen die Nahrungsergänzung bezahlen?
Gibt es schon Longevity-Produkte für Unternehmen?
Passend dazu: Lifestyle-Analysen im Überblick · Vom Genprofil zur personalisierten Nahrungsergänzung · Betriebliche Gesundheitsförderung im Longevity-Ratgeber
Gesundheitsangebot für dein Team?
Erzähl uns von deinem Unternehmen – wir zeigen dir, wie ein freiwilliges Angebot für deine Mitarbeitenden aussehen kann.
Projekt anfragen →BGF im Longevity-RatgeberHinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information für Unternehmen und Fachleute und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Die in einer Genanalyse bestimmten genetischen Eigenschaften sind wissenschaftlich gut belegt (jedes berücksichtigte Gen durch mindestens drei unabhängige Studien); daraus abgeleitete Empfehlungen sind logische Schlussfolgerungen und nicht wissenschaftlich bewiesen. Rechtliche Vorgaben können sich ändern; Irrtümer und Änderungen vorbehalten.
